Saisonrückblick 2020

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Interviews: Eva-Maria Geisler 2017 | Alois Gräter 2017 |

Rückblick auf ein außergewöhnliches Jahr

Das Jahr 2020 war für uns alle ein extrem bewegtes, turbulentes Jahr. Auch bei uns hat sich beruflich wie privat viel getan.
Bereits kurz nach Veröffentlichung des letzten Saisonrückblicks am 11. Jänner durften wir die ersten Erfolge zu verbuchen. Gleich zu Beginn des Wintermeetings in Cagnes-sur-Mer konnte Laquyood sich platzieren und Aerion gewinnen. Das war der Starschuss zu einem tollen, überaus gelungenen Meeting an der Cote d'Azur. Insgesamt haben wir fast ein Drittel unserer Gesamtjahresgewinnsumme bereits in dieser Zeit am Mittelmeer eingefahren. Das lag zum einen an dem guten Meeting und zum anderen an der kurz darauf mit voller Wucht eingetroffenen Covid 19-Pandemie und ihren Folgen. Während unserer Zeit in Cagnes hörte man in den Nachrichten kaum eine volle Minute über diese Krankheit bzw. die damit verbundenen Gefahren. Wir veranstalteten sogar noch Ende Februar mit gutem Gefühl und bedenkenlos unsere Stallpoule. Danach war es aber schnell vorbei. Unsere gute Stallform wurde durch den Lockdown plötzlich und jäh unterbrochen. Erst ab Anfang Mai fanden dank der Verantwortlichen von Deutscher Galopp und mancher Rennvereine in Deutschland wieder Rennen statt. Nach Frankreich durften wir mit unseren Startern erst einige Wochen später.

Bevor ich meine Jahresrückblicke verfasse, lese ich mir gerne den vorangegangenen Rückblick durch. So war es auch in diesem Jahr. Einige damals beschriebenen Probleme haben sich im vergangenen Jahr deutlich schneller zugespitzt als befürchtet, schneller und intensiver als damals vorherzusehen war. Sicherlich zum Teil auch bedingt durch die besonderen Umstände dieses Jahres. Im letzten Jahresrückblick habe ich beispielsweise geschrieben, dass Baden-Racing seine Motivation in der letzten Dekade zusehends verloren hat. Im September wurde der Vertrag mit der Gemeinde Iffezheim gekündigt. Baden Racing wird nach aktuellem Stand der Dinge keine Rennen mehr in Iffezheim veranstalten. Corona und die damit verbundenen finanziellen Verluste dürften diese Entwicklung noch beschleunigt haben. Die Lage ist jetzt recht verzwickt. Der Gemeinde, der sämtliche Immobilien (Grund und Gebäude, nicht die landwirtschaftlichen Geräte etc., die sind von Baden Racing), gehören, sucht einen Pächter, der hoffentlich Interesse hat, in erster Linie Galopprennen zu veranstalten. Inzwischen kam noch die Investorengruppe hinzu, die die Sandbahn erneuert und somit auch einen Anspruch hat und eventuell auch Mitspracherecht. Aus momentaner Sicht wird sich jedoch nicht so schnell ein Nachfolger für Baden Racing finden. Die Chancen für das Zustandekommen des Frühjahrs Meetings 2021 schätze ich momentan als sehr gering ein und eine Große Woche dürfte in dieser Saison nur noch mit größter Anstrengung zustandekommen, aber ich bin trotz der verzwickten Lage sehr sicher, dass sich eine gute Lösung finden wird. Die Beteiligten nehmen alle Anstrengungen in Kauf um wieder Rennen in Iffezheim stattfinden zu lassen.

Den Rennbetrieb einmal außer Acht gelassen, steht der Trainingsbetrieb in Iffezheim vor seiner größten Veränderung der letzten Jahrzehnte. Ab 18. Januar wird von der international renommierten Firma Normandie Drainage der Bau einer neuen Sandbahn in Angriff genommen. Ein solches Investment ist in Corona-Zeiten ein mehr als positives Signal. In den letzten Jahren sind immer wieder Trainer nach Iffezheim gekommen. Im Jahr 2020 haben nun drei Trainer entweder ihre Tätigkeit in Iffezheim eingestellt oder verlautbaren lassen, dass es für sie in Iffezheim nicht weiter geht. Zum Teil vielleicht auch wegen dem Termin der Sanierung der Sandbahn, der in die Vorbereitungszeit für die kommende Saison fällt. Dafür habe ich natürlich auch Verständnis. Andererseits gibt es aus meiner Sicht keinen ausschließlich günstigen Zeitpunkt um den Trainingsbetrieb zu unterbechen. Vier Wochen früher wäre unsere Vorbereitung auf die Sandbahnsaison (Frankreich und Deutschland) und Cagnes-sur-Mer gestört gewesen, im Sommer die Vorbereitung auf bessere Rennen, auch da hätten viele zu Recht gejammert. Dennoch, wir müssen zwar während der Bauphase in den sauren Apfel beißen und höhere finanzielle Mittel (ich werde die höheren Kosten nicht auf die Besitzer umlegen) und größeren Arbeitsaufwand auf uns nehmen, um über die Bauphase zu überbrücken. Nach Ablauf dieser paar Wochen steht uns jedoch eine belastbare Sandbahn zur Verfügung, die, sobald sie sich gesetzt hat, bei nahezu jedem Wetter beste Trainingsmöglichkeiten bieten wird. Ja, ich gehe sogar soweit zu sagen, wir werden anderen Trainingszentralen gegenüber Vorteile haben. Die monatlichen Mehrkosten sind überschaubar und werden sich auszahlen (geringere Tierarztkosten, nur ein einziges besseres Preisgeld würde die Mehrkosten schon decken). Die Grasbahnbenutzung ist in Hinkunft zudem im Preis enthalten.

Weiters habe ich letztes Jahr geschrieben, dass die Rettung des deutschen Rennsports nicht mit einer weiteren finanziellen Belastung der Besitzer glücken wird. Es kam allerdings noch schlimmer: die Rennpreise wurden aufgrund des Virus großteils halbiert, gleichzeitig durften die Besitzer nur selten auf die Bahn um ihrem Hobby zu fröhnen. Die Kosten blieben hingegen gleich, wurden zum Teil sogar noch höher. Wobei die Aussage von einer Halbierung der Rennpreise so eine Sache ist, denn nur die Preise der kleinen und mittleren Rennen wurden halbiert, das Derby und die Diana blieben hingegen gleich. Darüber habe ich aber an anderer Stelle dieser Webseite (Zwischenbilanz, 23. August 2020) bereits ausführlich geschrieben. Sicherlich wurden manche Sponsorengelder verloren, aber die Umsätze blieben etwa gleich und die Vereine hatten deutlich geringere organisatorische Aufwendungen. Es mussten beispielsweise keine Gehälter für Personal an den Wettschaltern etc. bezahlt werden, da ja keine geöffnet wurden. Generell wurden Personalkosten eingespart. Man liest, dass einige Vereine zudem Corona Hilfen in sechsstelliger Höhe erhielten. Mein Apell an alle Beteiligten: wir müssen alles daran setzen, unsere Besitzer zufrieden zu stellen, ohne sie gibt es keinen Rennsport. Die Rennpreise müssen ehebaldigst wieder auf das Niveau der Vor-Corona-Zeit geführt werden

Unsere sportlichen Highlights waren die Siege bei den großen Meetings des europäischen Festlandes: in Baden Baden (Sisikam), in Deauville (Mojo Boy) und in Vichy (Hallo Wien), auch Cagnes-sur-Mer sei der Vollständigkeit halber nochainmal erwähnt (durch Aerion und Laquyood). Der Sieg des in Familienbesitz stehende, von Eva gerittenen und von mir trainierte Daimyo im September in Nancy war mit enormer Freude verbunden. Leevkes überlegener Sieg in München machte mich/uns sehr stolz. Die Vorfreude auf die kommende Saison mit ihr ist riesig. Etwas besonderes war natürlich auch der Sieg in Mannheim mit dem sechsjährigen Debutanten Smaragd sowie der Schlusspunkt von ihm und Eva am 26. Dezember gesetzte Saisonschlusspunkt.

Es bleibt zu hoffen, dass die Erneuerung der Sandbahn ohne Zwischenfälle über die Bühne geht und wir von der neuen Bahn im Laufe des Jahres profitieren werden. Außerdem wäre es sehr wichtig, dass die Rennbahnen bald wieder besucht werden dürfen.

Allen Lesern ein gutes, optimistisches und erfolgreiches Jahr 2021!

Starter


Di., 13. April - Chantilly
9.R.
Laquyood
6.
Sa., 10. April - Mülheim
10.R.
Smaragd
5.
Kontakt: An der Rennbahn 8-9, 76473 Iffezheim | Tel: +49/(0)176/ 205 70 115 | Email: gerald.geisler@gmx.de