Saisonrückblick 2018

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Rückblick auf die Saison 2018

Das neue Jahr ist zwar bereits voll im Gange und der Blick entsprechend wieder nach vorne gerichtet, trotzdem möchte ich an dieser Stelle nocheinmal meine Eindrücke der Sasion 2018 schildern.

Wir sind mit großer Zuversicht in das vergangene Jahr gestartet. Gerade bei den dreijährigen Pferden hatten wir viel Mumm, etwa auf Wonderful Görl und Be A Wave, um nur zwei zu erwähnen. Sehr früh im Jahr, eigentlich schon in der ersten Etappe der Vorbereitung, erlitt "das Görli" allerdings eine schwere Verletzung. Alle Hoffnungen für das Jahr waren also bald erloschen. (Inzwischen geht es ihr übrigens wieder sehr gut, sie steht in der Reha-Phase und wird 2019 viel nachholen.) Auch mit Be A Wave hatten wir leider Probleme: sie legte lange Zeit ihrem Wintermantel nicht ab, alle Blutbilder, Tests, etc. ließen uns nicht schlauer werden. Erst ein simpler Boxenwechsel half. Die "Schwarze" konnte in der zweiten Saisonhälfte dann einiges nachholen; umso näher der Winter rückte, desto besser wurden ihre Formen. Mit dem Sieg Anfang November konnte sie ihre Saison schließlich krönen und die Stallpoule gewinnen. Einige Mitglieder des Stalles Goldbrücke wurden ihrem (dem Sieg in Wien sich verdankenden) Ruf gerecht und blieben auch bei dieser Siegesfeier nichts schuldig; auch die Wettkasse des Rennvereins brachten wir in Verlegenheit, die konnten die erfreulich hohen Wettgewinne nämlich erst nach einer guten halben Stunde ausbezahlen. Ein weiterer Lichtblick bei den Dreijährigen war die kleine Schimmelstute Darienne du Pre. Sie konnte früh im Jahr zeigen, dass sie sich über die Wintermonate steigerte, ihr Saisonhighlight war der Sieg während des Derbymeetings in Hamburg - übrigens mein erster Sieg in der Hansestadt überhaupt. Danach lief einiges schief bei ihr. Wobei dies allerdings wirklich nicht an der selbst Stute lag; leider muss mann über manche Ritte den Mantel des Schweigens legen.
Eine sehr gute Leistung und zugleich ihre beste Jahresleistung konnte die damals neu erworbene Canouville in Le Mans zeigen. Sie gewann mit einer feinen Speedleistung ein Classe 2 Rennen. Eine weitere neu in den Stall gekommene dreijährige Stute war Virginias Princess, die ebenfalls direkt gewinnen konnte. Dies war zugleich meine letzte Starterin im Jder Saison 2018, wir konnten uns so mit einem Sieg aus dem Jahr verabschieden.
Über den Rest des dreijährigen Jahrganges braucht man nicht viel schreiben, es bleibt die Hoffnung, dass der eine oder andere einfach ein spätes Pferd ist und heuer einiges nachholen wird. Jedenfalls hatten die Stuten bei uns im Stall ganz eindeutig die Oberhand.

Genau umgekehrt verlief die Entwicklung bei den Zweijährigen, dort dominierten ganz klar die Hengste. Und Aerion an deren Spitze. Er konnte bei jedem seiner Starts Geld verdienen. Besonders lukrativ war die Platzierung im "Ferdinand Leisten-Memorial", aber auch die Plätze in Frankreich erwiesen sich als sehr ordentlich. Sollte nichts dazwischenkommen, ist er definitiv ein Pferd mit Zukunft. Macavity konnte trotz einer desorientierten Reiterin bei seinem ersten und einzigen Start den vierten Platz in ordentlicher Gesellschaft eingaloppieren. Der begabte Zakynthos vermochte sich bei seinem Lebensdebut vor lauter Steigen seines Pferdeführers entledigen, im Rennen selbst erwies er sich dann als mit der Situation überfordert. Er wurde inzwischen gelegt und sollte im kommenden Jahr ein heißes Eisen im Stall sein.

Bei den Vierjährigen und Älteren gelang unser erster Jahressieg mit Cometic Star, es war zugleich sein erster Lebenssieg (mit mir als immerhin schon sein fünften Trainer, da darf man dann schon ein bisserl stolz sein). Sunset Sail fand in einen sehr guten Rhythmus; er gewann in Strasbourg in schöner Manier. Leider verletzte er sich nach seinem Start in Deauville. Wenn ich derzeit Deauville lese oder höre, stellt es mir die Nackenhaare auf: zu dem bereits erwähnten Unglück kam noch, dass Kick and rush wegen Lahmheit vor der Startmaschine des Starts verwiesen wurde. Gleiches geschah bei A Sunday Dream, die von den unmotivierten Starthelfern mehr oder weniger am Start gelassen wurde; sie konnte nicht dazu überredet werden, in die Maschine einzurücken. Im Listenrennen für Stuten am 23. Dezember wurde Canouville wegen zu vieler Starter eliminiert und durfte nicht laufen. Dieses Jahr werden wir uns an die Arbeit machen, um auch in Deauville wieder erfolgreicher zu sein (dazu müssen wir jedoch zumindest laufen dürfen).

Deulich erfreulicher verlief unser Meeting in Bad Harzburg, wobei hier die beiden Plätze durch Lebowski (Zweiter) und Doris (Dritter) in den Super Handicaps besondere Erwähnung verdienen. Lebowski war im Laufe der Großen Woche auch mein einziger Sieger auf der Heimatbahn. Pic A Sou konnte zwei Siege zur Jahresstatistik beigetragen, wobei der in Mannheim Laune auf mehr machte, leider aber die Form danach etwas verlor. Eine besonders erfolgreiche Phase begann Mitte August: Berlin Calling, Doris, Prime Project und Kick and Rush gewannen innerhalb einer guten Woche, wobei Eva nach ihrem Comeback auf Doris einen fulminanten Ritt zeigte und bei Kick and Rush viel Kämpferherz bewies, als sie Pierre Charles Boudot in Schach hielt.

Generell haben meine Besitzer und ich die Lust und Freude an den französischen Reclamers intensiviert; wir kauften und verkauften mehr denn je. Porsenna beispielsweise wurde gekauft, wieder verkauft schließlich erneut gekauft. Mit ihm war ich das erste Mal in St Moritz. Danach gewann er im Frühsommer in Compiegne leicht. Auch eine merkwürdige Erfahrung machte ich bei den Verkaufsrennen: es geschah nicht nur einmal, dass wir Pferde claimten und uns dabei den Zorn der Besitzer, die ihre Pferde für diese Art von Rennen meldeten, zuzogen. Was ich als eigenartig empfinde, denn wenn ich ein Pferd nicht verkaufen möchte, lasse ich es entweder nicht in einem Verkaufsrennen laufen oder verteidige es zumindest angemessen.

Klar hält die Wirtschaftlichkeit im Rennsport eine sehr wichtige Stelle inne, dennoch soll er einfach auch mal Spaß machen. Genau solchen bescherte uns der Renntag am 10. Mai in Haßloch: zwei Siege und einige Platzierungen, viele "Iffzer" und Freunde des Rennstalles mit dabei - der Tag machte einfach Freude. Als Tüpfelchen auf dem i bescherte Winsome Academy Alois seinen ersten Sieg für den Stall. Sie hat ihre alte Form auf den kleinen Bahnen fast wieder gefunden und konnte in Saarbrücken noch einen weiteren Treffer landen.
Mit Liberica konnte Anja Allgöwer ihren ersten Sieg feiern. Des einen Leid ist des anderen Freud, kann man da nur sagen. Eigentlich war Eva für den Ritt vorgesehen, diese verletzte sich allerdings in einem Rennen davor an der Startstelle. Jedenfalls war es zugleich auch der erste Sieg der Farben des familieneigenen Rennstalles Geisler. Eine der grössten positiven Überraschungen war der Sieg von Bacchus Danon, ein Erfolg, mit dem im Vorfeld kaum einer gerechnet hat. Soriano konnte sich ähnlich wie Winsome Academy wieder finden und zwei Siege beisteuern, Winzapper einmal gewinnen und zwar in Miesau. Der alte Haudegen Tricky Tiger feierte seinen letzten Karrieresieg in Saarbrücken unter Alois Gräter.

Auch wenn die Saison unglücklich begann, so war sie nach Anzahl der Siege (23) und nach Gewinnsumme mein bisher zweitbestes Jahr (hinter 2013); zugleich konnte ich zum wiederholten Male die meisten Saisonsiege aller in Iffezheim ansässigen Trainer für mich verbuchen. Mit einer gesunden Wonderful, einem gesunden Sunset Sail und Leoderprofi, wäre wohl noch wesentlich mehr drinnen gewesen. Sehr optimistisch blicke ich auf das kommende Jahr, meiner mittlerweile 19. Saison als Trainer. Der 300. Sieg sollte baldigst gelingen.

Starter


Di., 21. Mai - Maisons-Laffitte
7.R.
Be A Wave
8.R.
Mojo Boy
So., 19. Mai - Köln
3.R.
Doris
8.
7.R.
Heart Storm
6.
So., 19. Mai - Wissembourg
1.R.
Angel of Sunday
10.
1.R.
Brunlukka
4.
So., 19. Mai - München
1.R.
Liberica
8.
2.R.
Manta Manta
8.
Kontakt: An der Rennbahn 8-9, 76473 Iffezheim | Tel: +49/(0)176/ 205 70 115 | Email: gerald.geisler@gmx.de