Neuigkeiten


30. November 2022

Fünf Neuzugänge

Fünf erfolgreiche Clicks bei der jüngst zuendegegangenen BBAG Online Weihnachtsauktion bescheren unserem Quartier frühweihnachtliche Zuwachs. Die Lotnummern 17 - der zweijährige Hengst Klingelpuetz (für Stall Dojava M), 50 - eine Jährlingsstute, 56 - ein Stutfohlen, 59 - ein Hengstfohlen, sowie 89 - der vierjährige Wallach Dufour, dürfen ihre Vorbereitung zukünftig in Iffezheim genießen.


23. November 2022

Erinnerung


05. November 2022

Night Counter im Münchner Auktionsrennen - das letzte Highlight der Saison?

Einen Zweijährigen zu managen kann eine ganz schön spannende Angelegenheit sein. Was ist die oberste Priorität - ein Rennen zu gewinnen, Blacktype zu holen? Als zweijähriger Sieger kommt man in Deutschland kaum um Starts auf Listen- oder Gruppeniveau herum. Die bodenständige Alternative ist die aus meiner Sicht uninteressante Variante, nämlich im Ausgleich weiter zu machen. Verbürgt ein Sieg als Zweijähriger jedoch schon ausreichend Qualität, um auf Blacktype Ebene erfolgreich zu bleiben? Bestimmt nicht immer. Als Sieger bekommt man jedoch automatisch eine anspruchsvolle Handicapmarke welche die Sieger dann auch im Ausgleich nicht immer verteidigen können. Bei soweit fortgeschrittenen Überlegungen fängt das Management an kompliziert zu werden.
Für Night Counter haben wir in den lukrativen BBAG-Auktionsrennen eine schöne Alternative gefunden. Mit bisher knapp 15.000,- Euro Gewinnsumme ist er morgen im Münchner Auktionsrennen das ertragreichste der neun antretenden Pferde. Gewinnt er, sind wir nächstes Jahr endgültig für höhere Aufgaben empfohlen und haben die Derbynennung vergangenen Dienstag zurecht abgegeben. Gelingt das nicht, haben wir nächstes Jahr eine gute Ausgangslage, ihn zu managen. Night Counter sieht noch immer Top aus. Nach wie vor bin ich von seinem Charakter und seinem Rennkopf begeistert. Er hat noch kein Winterhaar angesetzt, seine letzten Arbeiten waren gut und er hat sich sichtlich von Start zu Start verbessert. Er läuft morgen erstmals über die Meile; zusammen mit der tiefen Bahn wird Stehvermögen verlangt sein. Die Konkurrenz liegt eng beisammen, eine spannende Angelegenheit erwartet uns also. Leider haben wir auch diesmal wieder einen neuen Jockey an Bord. Martin Seidl ist aber in Form und weiß spätestens seit Quantanamera. wie es sich anfühlt, zu fliegen.

Hals und Bein


22. Oktober 2022

Wettstar Galopp Grundlagen

Seit nunmehr beinahe zwei Jahren läuft auf dem YouTube-Kanal von Wettstar die Serie "Galopp Grundlagen". In bislang 84 Folgen gebe ich jeweils eine kurze Einführung in Themen rund um den Galoppsport und die Vollblutzucht. Ziel ist es, Neulingen und Interessenten Zugang zu und Orientierung in der von außen eventuell hermetisch scheinenden Welt unseres Sportes zu verschaffen. Die Findung neuer Themen jede Woche ist nach so langer Zeit natürlich nicht mehr immer ganz einfach und zusammen mit den erforderlichen Aufnahmen neben der Trainertätigkeit bisweilen auch mit ein wenig Stress verbunden. Da die Clips in der Regel jedoch recht kurz gehalten sind, bleibt der Aufwand in Grenzen und meine beruflichen Prioritäten stehen sowieso außer Frage.
Die Zugriffszahlen pro Folge nehmen sich, gemessen an dem, was andere Filmchen auf YouTube so an Zuseherzahlen generieren, recht bescheiden aus. Dass meine Arbeit dennoch auf Interesse stößt, durfte ich zuletzt im Rahmen des Sales & Racing Festivals wieder einmal erleben. Erstaunlich oft wurde ich auf der Rennbahn und am Gelände der BBAG von mir bis dato unbekannten Personen mit dem Hinweis darauf, wie hilfreich ihnen die Serie zum Verständnis verschiedener Themenfelder wäre, angesprochen. Solcher Zuspruch, für den ich mich auf diesem Wege bedanken möchte, ist eine stets willkommene Bestätigung für den Aufwand, den das Team von Wettstar und ich in die Bereitstellung dieser Serie investieren.


15. Oktober 2022

Vorschau auf den zweiten Renntag des Herbst Meetings

Lips Leo und Walid machen morgen den Anfang. Walid (Mickael Forest) ist am Weg sich zu finden. Er hat sich in der Arbeit angekündigt und zeigt sich dabei gut gelaunt und von guter Seite. Bei Lips Leo (Thore Hammer-Hansen) sind wir noch auf der Suche nach der richtigen Distanz. Inzwischen bin ich mir auch nicht mehr ganz sicher, ob er den weichen Boden wirklich bevorzugt. Das Rennen am Sonntag wird uns diesbezüglich Aufschlüsse geben. Es ist sein erster Start im Ausgleich, seine Marke erachte ich als fair.
Bezüglich des Bodens braucht man sich bei Queen of Starlets hingegen keine Sorgen zu machen; sie ist bodenunabhängig. Die letzte Form war stark. Kann sie diese einstellen, geht sie mit guten Chancen an den Ablauf. Es handelt sich um ein Rennen für Nachwuchsreiter, deswegen bekommt die vielversprechende Antonia von der Recke die Chance, Queen of Starlets zu reiten. Sie (das Pferd) braucht viel Unterstützung, daher steht ihrer jungen Reiterin einiges an Arbeit bevor.
Spirit of Life gefällt mir immer stets gut. Leider hatte sie, wie bereits erwähnt, oftmals Pech. Kommt sie mit dem tiefen Boden klar, kann sie vorne mitmischen. Anna van den Troost wird wieder reiten. Auensir (Martin Seidl) läuft erstmals über so einen weiten Weg (2000m). Meiner Ansicht nach steht er diese Distanz, bei so tiefem Boden, wie er nach dem Regen der letzten Tage zu erwarten steht, sind die Karten jedoch neu gemsicht. Smaragd lief zuletzt besser, als das Ergebnis vorderhand aussagt. Er mag den Boden und er steht die geforderte Distanz (2800m). Mittlerweile etwas schlau geworden, gibt er leider nicht mehr alles. Ist er bei Laune, mischt er vorne mit. Auch er wird von Martin Seidl geritten.


12. Oktober 2022

Sales & Racing Festival 2022

Die gezielte Vorbereitung auf ein Meeting ist aufgrund vieler Faktoren eine schwierige Angelegenheit: wie sind die Rennen ausgeschrieben, können die Pferde den Boden, nicht zuletzt spielt auch die Form der Pferde eine wesentliche Rolle. Beim kommenden Meeting in Iffezheim sind wir mit im Verhältnis zur Anzahl der Rennen und der Größe unseres Quartieres sehr vielen Startern vertreten. Siebzehn Rennen werden voraussichtlich stattfinden, neun unserer Pferde sollen dabei an den Ablauf kommen. Ohne ausdrücklich mit allen auf diesen Termin hingeplant zu haben, werden also viele meiner Pferde laufen und einige auch mit guter Chance.

Night Counter (Zum Vergrößern anklicken)

Im letzten Meeting des deutschen Rennkalenders ist traditionell das zweithöchst dotierte Rennen des Landes ausgeschrieben. Es handelt sich dabei um das Ferdinand Leisten Memorial, ein Auktionsrennen für zweijährige Pferde über 1400m. Ich war vor vier Jahren bereits einmal mit Aerion in diesem Rennen am Start und bekam dafür €10.000,- gutgeschrieben. Diesmal ist Night Counter unser Kandidat. €200.000,- sind schon eine Ansage. Dieses Rennen steht damit durchaus in Konkurrenz zum zwar geringer dotierten aber formal höherklassigen Preis des Winterfavoriten (Gr.3), der vergangenen Sonntag in Köln stattfand. Auch wir waren lange zwischen diesen beiden Rennen unentschieden. Erst spät fiel unsere Wahl dann auf das vor unserer Haustüre stattfindende Rennen. An der Spitze, würde ich heute meinen, war der Winterfavorit stärker als das Auktionsrennen besetzt. Das vermeintlich verrücktere Rennen wird vielleicht unseres. Warum? Weil auf 1400m die Startbox, die Position nach dem Start und die Lage beim Einbiegen in die Gerade eine größere Rolle spielt, als es in Köln der Fall ist. Der Winterfavorit geht über 1600m und endet auf einer etwa 600m langen Geraden. In Iffezheim ist die Gerade um rund 200m kürzer. Night Counter startet aus Box 9. Weiter innen wäre vielleicht angenehmer gewesen, aber derlei kann man sich bekanntlich nicht aussuchen.
Unser Pferd ist jedenfalls nach wie vor gut in Schwung. Night Counter ist ein extrem phlegmatischer Typ, der in der Arbeit immer nur das Nötigste macht. Auf der Sandbahn haben manche Reiter sogar schon überlegt, abzusteigen, da sie vermutlich schneller einmal rum wären, würden sie ihn zu Fuß führen. Auf der Grasbahn jedoch oder wenn er merkt, es wird eine Leistung von ihm erwartet, dann ist er plötzlich hellwach und marschiert in beeindruckender Manier vorwärts. Seine Abschlussarbeiten gefiel mir gut. Adrie de Vries hat sich zu meiner großen Freude um den Ritt bemüht und wir haben direkt zugesagt. Am Freitag um knapp vor 14 Uhr (plus/minus eine Stunde) wissen wir mehr.

Son Gual (Zum Vergrößern anklicken)

Zwei Rennen davor wird Son Gual sein Lebensdebut unter Rene Piechulek geben. Wir haben den Guiliani-Sohn 2021 im Zuge des Christmas Online Sale der BBAG ersteigert. Er stammt aus einer in Iffezheim so beliebten wie erfolgreichen Mutterlinie. Bereits seine Urgroßmutter Seta Pura stand im Besitz von Eva-Marias Eltern. Im Frühjahr war er lange am Husten. Trotzdem hat er sich körperlich sehr zu seinen Gunsten verändert. Aus Murmelchen, wie er im Stall liebevoll genannt wird, wurde ein richtiger Hingucker. Er ist nicht der Größte besitzt aber viel Kaliber. In den letzten Wochen steigerte er sich von Arbeit zu Arbeit. Um ihn richtig "geschliffen" an den Start zu bringen, hätte er vielleicht noch eine Grasarbeit gebraucht. Trotzdem ist er wie all meine Zweijährigen, natürlich gewohnt gut vorbereitet und wer weiß, vielleicht schadet es gar nicht, die letzte Arbeit ausgelassen zu haben. Die Konkurrenz in diesem Rennen ist jedenfalls nicht von schlechten Eltern. Mit einem Geldrang und vor allem einer guten Leistung wären wir durchaus zufrieden.

Naduah tritt vor der Auktion noch einmal an. Tommy Scardino wird sie reiten. Er kennt sie bereits, hat mir ihr auch schon gewonnen. Kurz darauf geht sie (als Lot 47) wie auch Aerion (Lot 19) und Auensir (Lot 20) in den Auktionsring. Auch aus diesem Grund wird es ein super spannender Freitag für uns. Aber genau das ist es ja, was wir am Rennsport so lieben. Am Samstag geht es mit der Auktion weiter, bevor am Sonntag der abschließende Renntag stattfindet.

Hals und Bein


06. Oktober 2022

Ferrari Tage am Rennstall Geisler

Seit gestern sind im Zuge einer Veranstaltung des Ferrari Clubs Rennstallführungen an unserem Quartier. Auch wenn ich sicher nicht für einen ausgeprägten Autoliebhaber gelten kann und mir deutlich weniger, dafür naturwüchsige Pferdestärken lieber sind, ist diese Versammlung von vier, fünf hochentwickelten Sportwägen vor unserem Stall dennoch ein interessanter wie beeindruckender Anblick. Die Besucher haben die Führungen sehr gut angenommen und ihren Spaß daran gefunden.

Eine Kopflänge, die gefehlt hat, und eine sehr gute Stute, die zu viel war

Das vergangene Wochenende war ein schöner Erfolg. Unsere Ansprüche sind in dieser Saison jedoch sowohl unmerklich als auch merklich doch etwas gestiegen. Mit einem zweiten Platz in einem zweijährigen Rennen wären wir die Jahre mehr als zufrieden gewesen. Nun wurde Silvretta allerdings "nur" Zweite. Das allerdings hinter einer vermutlich sehr talentierten Stute aus der Zucht von Gestüt Schlenderhan; einer Stute, die Schwester zu Größen wie Ancient Spirit, Alson (seines Zeichens zweijährig Gruppe 1 Sieger sowie nunmehr Deckhengst für Gestüt Fährhof,) und nicht zuletzt Aemilianus, der sich am darauffolgenden Tag zum Gruppe 3 Sieger beförderte. Wir sind also zwar zufrieden, aber so richtig glücklich dann doch nicht. Wie der Besitzer es jedoch trefflich formulierte: "Die Leistung unserer Stute war sehr ordentlich und treffen wir nicht auf diese Stute, hätten wir gewonnen und alles wäre mächtig gut gewesen."

Einen Tag später erging es uns mit Artemia ähnlich: sie bot eine sehr gute Leistung. Eine Leistung, die der Ausgleicher mit 85kg bewertete und somit ihre Marke um sage und schreibe 15kg erhöhte! Trotzdem blieb wir einen Kopf hinter dem ersehnten Blacktype. Das trübt die gute Leistung ein wenig. Erfreulich sind dennoch die neuen Erkenntnisse und die Bestätigung für mich und vermutlich auch den Besitzer: sie kann es doch!

Am Samstag geht es in Nancy mit First Fly weiter. Sie lief zuletzt in einem nachträglich betrachtet starken Sieglosen-Rennen. Der damalige Sieger ist Mitfavorit im Preis des Winterfavoriten; die Drittplatzierte läuft diesen Samstag mit guter Chance im Stuten-Auktionsrennen in Dortmund; die Viertplatzierte lief in Strasbourg ein gutes Rennen und wurde Vierte. First Fly hat natürlich durch den Start profitiert und ist routinierter geworden. Sie läuft erstmals auf einem Rechtskurs, noch dazu mit drei Bögen. Die leichte Fuchsstute ist aber recht wendige und sollte keine Probleme damit haben. Der weiche Boden bereitet mir da schon mehr Kopfzerbrechen, in der Arbeit hat sie ein solcher aber vor keine Problem gestellt. Pierre Bazire wird sie reiten und wir gehen von einem guten Laufen aus. Wir betrachten das Antreten auf keinen Fall als bloßen Lernstart.


30. September 2022

Mülheim und Düsseldorf

Morgen führt uns der Weg nach Mülheim. Schon im ersten Rennen tritt die fleißige Silvretta an. Fleißig deshalb, weil es sich um ihren bereits vierten Lebensstart handelt; eine durchaus beachtliche Anzahl für eine Zweijährige. Sie hat die kürzere Startfolge im August gut weggesteckt, bekam jetzt zuletzt aber dennoch eine kurze Pause. Sie trifft auf vier noch ungelaufene Stuten, die zum Teil toll gezogen sind; unter anderem gehört dazu die Schwester zu Alson und Ancient War, aber eben noch ohne Rennerfahrung. Das birgt oft die Gefahr, dass uns die Rolle des Führpferdes zugeteilt wird, was wir aber nicht sein wollen. Der Boden wird weich und wir gehen davon aus, daß dies kein Problem darstellt. Leon Wolf sitzt im Sattel. Er nimmt aktuell noch zwei Kilo Erlaubnis in Anspruch; die können sich als hilfreich erweisen. Ihre letzte Form aus dem hochdotierten Stuten Auktionsrennnen in Iffezheim wurde durch die Viertplatzierte, also knapp vor uns eingekommene, Zariza inzwischen aufgewertet. Zariza konnte nämlich letzte Woche in Frankreich leicht gewinnen. Eine zweijährige Siegerin täte uns schon gut und wäre mein großer Wunsch, auch wenn man sich als abergäubischer Mensch kaum traut, so etwas auszusprechen.
Naduah läuft diesmal über 1500m. Thore Hammer-Hansen ritt sie in Iffezheim sehr beherzt und engagiert. Er wird auch diesmal wieder in ihren Sattel steigen. Er wollte es zuletzt so ein bisschen mit der Brechstange probieren. Soetwas geht bei der sehr charakterstarken Naduah natürlich nur recht schwer oder gar nicht. Wir werden diesmal versuchen, sie etwas zu überlisten (hoffentlich liest sie nicht mit!). Mal sehen, ob es gelingt.

Am Sonntag finden nicht nur in Frankreich tolle Rennen statt, auch in Deutschland stehen Blacktype Rennen am Programm. Selbst wenn diese natürlich bei weitem nicht den Anspruch an Bedeutung haben wie die Rennen in Paris-Longchamp, sind sie für uns dennoch sehr wichtig.
Artemias Resultat in Iffezheim war schlicht und einfach enttäuschend. Das Rennen wurde langsam gelaufen, wir gingen einen Ticken zu weit hinten und kamen zwar in toller Manier in die Einlaufgerade. Als jedoch die vorderen Pferde nochmal abgesprungen sind, hatten die zu dem Zeitpunkt in den hinteren Regionen des Feldes liegenden keine Antwort mehr und fanden sich auf verlorenem Posten. Dennoch zweifelt man nach so einem Resultat als Trainer am Pferd sowie am eigenen Vermögen, die Qualität seiner Pferde richtig einzuschätzen zu können. Wichtig ist und bleibt eine sachliche Analyse und die war schlussendlich dann schon ziemlich eindeutig. Artemia hat sowohl in der Arbeit als auch im Rennen (zb. in Düsseldorf gegen Arnis Master und auch schon zweijährig) gezeigt, dass sie Blacktype kann. Wir haben keine 3, 4 oder 5kg in der Hand, ich bin aber überzeugt, dass wenn alles passt, sie es auch kann. Den Versuch, Blacktype zu holen, starten wir diesmal wieder in Düsseldorf, wozu wir uns erst sehr kurzfristig entschlossen haben. Nicht zuletzt deshalb, weil das Feld etwas leichter als zuletzt aussieht und es weniger Starter sind; aber auch, weil sie sich wiedermal von toller Seite gezeigt hat. Ein Platz unter den ersten Vieren ist das Minimalziel. Blacktype würde mich nicht unzufrieden machen.
Auensir läuft bereits sein letztes Rennen für uns. Das ist schade, denn er ist ein nützlicher Handicapper und ein sehr angenehmer Stallinsaße. Er wird nach dem Rennen zu seinen neuen Besitzern übersiedeln. Sein Platzierung in Iffezheim und seine letzte Arbeistleistung geben Anlass zu der Hoffnung, dass er auch diesmal wieder weit nach vorne läuft. Auensir wird wie Artemia von Thore Hammer-Hansen geritten. Leevke blieb in München erstaunlich blass. Sie hat sich in der Schlussarbeit auf weichem Boden von guter Seite gezeigt. Jiri Palik reitet. Eine richtige Prognose traue ich mir bei ihr nicht abzugeben. Wenn wir keine Chance sehen würden, nähmen wir sie nicht mit.

Hals und Bein, auch allen deutschen Teilnehmern am Arc, sowie ein schönes Wochenende!


24. September 2022

Letzter Renntag des Jahres in Mannheim

Zum morgigen Renntag in Mannheim, dem für heuer letzten dort stattfindenden, werden wir mit sechs Pferden anreisen. Den Auftakt macht Smaragd. Er lief zuletzt in Düsseldorf schwach. In Mannheim ist er Bahnspezialist und sollte sich diesmal verbessert zeigen können. Maike Riehl, die noch ein Kilo Erlaubnis in Anspruch nehmen darf, wird den Fuchswallach steuern. In diesem Rennen treffen wir auf unseren ehemaligen Schützling und absoluten Bahn- und Bodenspezialisten Rum Tum Tugger. Wir drücken dem neuen Team um ihn die Daumen.
Lips Leo debutierte in schwacher Gesellschaft ordentlich und wurde Zweiter. Zuletzt war er auf extrem weicher Bahn, einem völlig überpaceten Rennen und unter Höchstgewicht weit geschlagen. Ich bin überzeugt, dass er unter normalen Umständen deutlich besser ist als man es nach diesem Rennen annehmen durfte. Eigentlich bevorzugt er wohl Bahnen mit Linien, diesmal ist mir jedoch ein kürzerer Abstand zwischen den Rennen als zuletzt sehr wichtig, daher laufen wir trotzdem. Er wird Tommy Scardino anvertraut der nach seinem schweren Sturz und langer Reha-Pause endlich wieder in den Sattel steigen kann.
Aerion läuft danach im Ausgleich 3 über 2500m. Er war lange für den Ausgleich 2 über 1900m vorgesehen, erst spät entschied ich mich für dieses Rennen. Es hieß also kurzfristig einen Reiter für ihn zu finden. Sofort fiel mir Tommy Scardino ins Auge und ich fragte ihn direkt, ob es für ihn ein Problem wäre gegen drei Pferde seines Stalles zu reiten und diese eventuell sogar zu schlagen. Er schmunzelte und fragte mich, um welches Pferd und welches Gewicht es sich handeln würde. Nach einiger Zeit des Überlegens sagte er mir dann doch zu. 2500m sind sicherlich die Obergrenze für Aerion, aber er mag die Bahn und den Boden. Auch wenn er noch nicht in Mannheim gelaufen ist, kennt er die Bahn, denn als unsere Sandbahn in Iffezheim wegen Erneuerung gesperrt war, trainierten wir ihn einige Male in Mannheim. Gefiel er mir nach Bad Harzburg nicht oder nur bedingt, so gefällt mir seine aktuelle Laune deutlich besser, auch wenn seine Arbeit auf Gras am Dienstag sensationell - schlecht war. Bei älteren Pferden wie ihm darf man sich allerdings nicht so große Gedanken machen; sie sind einfach schlau geworden und wissen zwischen Arbeit und Rennen wohl zu unterscheiden. In der Arbeit verausgaben sie sich einfach nicht mehr voll.
Im vierjährigen sieglosen Rennen über 1900m treten wir mit Spirit of Life (Anna van den Troost) und Macawi (Maike Riehl) an. Spirit of Life und vor allem auch ihre Besitzer sind seit dem letzten Start in Iffezheim richtige Pechvögel. Als Mitfavoritin nach Düsseldorf gereist, verletzte sich die Stute am Kopf so schwer, dass wir nach tierärztlicher Behandlung die Heimreise ohne gestartet zu sein antreten mussten. Anschließend war sie einige Zeit lahm. Endlich geht es nun wieder weiter für sie. Das Rennen könnte aber ruhig leichter sein. Es sind einige chancenreiche Pferde am Ablauf. Macawi arbeitete am Dienstag auf weicher Bahn sehr ordentlich. Sie kann also weichen Boden, ist gut in Form, nur die kleine Bahn könnte ein Problem für sie sein. Dennoch wollte ich sie jetzt herausbringen, um zumindest die Handicap Marke für sie zu holen. Danach kann man weiter sehen.
Unser letzter Starter wird Walid (Anna van den Troost) sein. Auch er lässt in der Arbeit einen deutlichen Aufwärtstrend erkennen. Ein Platz in den Geldrängen ist für ihn das Ziel.

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir es in den Rennen mit der vermeintlich besseren Chance aus meiner Sicht etwas schwerer haben als es die Papierform aussagt, umgekehrt in den Rennen, in denen wir Außenseiter sind, eine etwas bessere Ausgangslage haben. In allen Rennen können und wollen wir in den Geldrängen landen.


17. September 2022

Erster Start mit neuen Besitzern

Zeitlich mit der diesjährigen Großen Woche zusammenfallend, durften wir mit El Sur Racing neue Besitzer im Stall begrüßen. Deren bei uns eingestelltes Pferd, die zuletzt in Baden-Baden gelaufene Queen of Starlets, hat sich hier mittlerweile gut eingelebt und brav gearbeitet. Die dreijährige Brametot-Stute kommt nun morgen in Strasbourg erstmals in der Verantwortung unseres Quartieres an den Ablauf. Unter den dreizehn ihr dort begegnenden Konkurrenten finden sich immerhin sieben über die nahe Grenze angereiste Kandidaten, darunter allerdings keine ihr schon bekannten - nun ja, Gesichter. Interessantes Detail am Rande: ihre bisherigen neun Starts lief Queen of Starlets durchwegs auf Linkskursen (in München und Baden-Baden). Die einzige Ausnahme bildet ihr Start am 06. August dieses Jahres in Hassloch, zugleich ihr einziger, noch dazu hochüberlegen eingeholter Sieg. Ob dieser Umstand zufällig oder Ausdruck einer Präferenz für Rechtskurse ist, wird sich morgen auf dem - erraten, Rechtskurs in Strasbourg weisen. Den Ritt übernimmt Alexis Pouchin. Wir freuen uns auf den Start und wünschen allen Beteiligten Halt & Bein.


14. September 2022

Zweijährigen Update

Jedes Jahr erwirbt sich die Sport-Welt (nicht nur) durch die Veröffentlichung ihrer traditionellen Stallparade große Verdienste, welche Verdienste sie vermittels der später in der Saison erfolgenden Ergänzung durch ein Zweijährigen Update sogar noch zu mehren versteht. Dass sie uns selbiges dann auch noch zwecks Bereitstellung auf unserer Webseite zur Verfügung stellt, ist üperhaupt das Sahnehäupchen. Vielen Dank!

Nachzulesen → hier


11. September 2022

Guter Auftritt von Night Counter

Den bei seinem Debut in Baden-Baden hinterlassenen guten Eindruck konnte Night Counter heute im Auktionsrennen in Düsseldorf bestätigen. Gegen durchwegs starke Konkurrenz konnte sich der von Rene Piechulek souverän gerittene Schützling der Turffreunde Baden e.V. mit nur wenig Rückstand auf den Sieger als Vierter platzieren. Er prolongiert damit unsere Serie, dergemäß alle unsere Zweijährigen bei ihren Starts in Deutschland Geld verdienen konnten.

Night Counter (Rene Piechulek)


10. September 2022

Wir eilen von Auktionsrennen zu Auktionsrennen

Nachdem Night Counter während der Großen Woche ein ausgesprochen zufriedenstellendes Debut lieferte und dieses Rennen auch gut wegsteckte, haben wir uns entschieden, ihn bereits nach nur zwei Wochen erneut aufzubieten. Das morgige Auktionsrennen in Düsseldorf fordert natürlich eine Verbesserung, um platziert zu laufen. Wir haben aber auch die berechtigte Hoffnung, dass er sich steigert. Der Counterattack-Hengst ist ein sehr phlegmatischer Typ. Auch wenn er beim ersten Lebensstart schon Talent erkennen ließ, hat er doch noch nicht so ganz verstanden, was es heißt, ein Rennpferd zu sein. Vielleicht geschieht das bereits nach dem morgigen Start, vielleicht erst später. Rene Piechulek wird ihn reiten, Startbox zwei ist ideal. Wie er mit dem diffizilen Rechtskurs zurecht kommt, werden wir sehen.
Macavity lief zuletzt in starken Handicaps gut, mit dem Champion Bauyrzhan Murzabayev im Sattel dürfen wir trotz schlechter Startbox optimistisch sein. Smaragd findet endlich seinen weichen Boden, ebenso passt die Distanz. Der von Rene Piechulek gerittene Fuchs Wallach muss jedoch eine Pause überbrücken.

Night Counter (Leon Wolff) in Baden-Baden am 27. August

First Fly debutiert in München

Wer mich kennt weiß, dass ich gerade bei Debutanten recht angespannt bin. Erst recht, wenn es zweijährige Pferde sind. Für den Stall Liberty debutiert nun am Montag die zierliche Fuchsstute First Fly. Als sie nach dem Pretraining zu uns kam, war sie eine richtige Zappelphilippia. Auch wenn sie noch immer keine Schlaftablette ist, darf man bei ihr sagen, daß sie sich durch die Arbeit und durch die ihr gestellten Aufgaben enorm beruhigte. Die Grasarbeiten, das Startmaschinen-Training etc. hat sie nicht nervös sondern immer zufriedener und ruhiger gemacht. Die Amaron-Stute hat einen richtig guten Rennkopf. Sie debutiert zwar in einem kleinen Feld, was für die jungen Pferde schon mal ganz angenehm ist, aber das Feld scheint es in sich zu haben. Die Youngsters sind durchwegs gut gezogen. Unsere Stute vermochte in der Arbeit im Vergleich zu den bereits erprobten Night Counter und Silvretta gut zu gefallen. Kann sie die gezeigten Arbeitsleistungen am Renntag umsetzen, wird sie uns nicht blamieren. Der Champion Bauyrzhan Murzabayev im Sattel ist außerdem ein großer Vorteil.
Lips Leo gestaltete sein Lebensdebut sehr erfreulich. Um diese Form einzustellen, bedarf es jedoc einerh deutlicher Steigerung, da das Feld diesmal anspruchsvoller zu sein scheint als zuletzt. Geritten wird der bildhübsche Fuchs von Rene Piechulek.


03. September 2022

Mission Black Type

Bei bisher acht Lebensstarts konnte Artemia zweimal gewinnen, zweimal auf den Zweiten und einmal auf den vierten Platz laufen. Nur auf Black Type Ebene lief es bisher nicht nach Wunsch. Das möchten wir heute, am zweiten Samstag der "GROSSEN WOCHE" ändern. Ausgeschrieben für dreijährige und ältere Stuten, laufen interessanterweise nur dreijährige Pferde in diesem Listenrennen, dem Wackenhut Mercedes Benz Fillies Cup. Artemia wurde in Düsseldorf als (Mit)-Favoritin nach einem schlechten Rennverlauf nur Siebente. Aus der Startmaschine heraus hat dort nichts gepasst. Artemia ist gut aus dem Rennen gekommen und ich bin nach wie vor so sehr überzeugt von ihr, dass ich ihr weiterhin zugestehe, bei einem normalen Rennen auf dieser Ebene vorne mitspielen zu können. Wladimir Panov wird sie reiten. Er kann auf Warten reiten und er kann mit Stuten. Ein schnelles Rennen ist zu erhoffen bzw. zu erwarten. Das ein Rennen komplett nach Wunsch verläuft, ist selten, es wäre aber schön, ein Rennen auf dieser Ebene einmal möglichst reibungslos gelaufen zu bekommen.

Am Sonntag starten wir noch mit Rum Tum Tugger und Furioso, beide von Shuichi Terachi geritten. Furioso wird den letzten Start für uns bestreiten, er wurde inzwischen auf der BBAG Online Auktion verkauft. Er gewann zuletzt in toller Manier und ist nach wie vor sehr gut in Schwung. Rum Tum Tugger wurde nachgenannt. Etwas Regen wäre sicherlich kein Nachteil für ihn. Er hinterlässt in der Arbeit einen guten Eindruck. Ob er auf der Heimatbahn klar kommt, werden wir morgen sehen.

Zwei Neuzugänge

Auf der diesjährigen BBAG Jährlings-Auktion konnten wir zwei Pferde für unser Quartier ersteigern; die Katalognummer 34, eine Fuchsstute von Areion sowie die Lotnummer 209, einen Ten Sovereigns Hengst. Genaueres zu diesen beiden Pferden folgt in den nächsten Tagen.


26. August 2022

Auftakt zur Großen Woche 2022

Die Frage, ob sich die morgen beginnende Veranstaltung korrekterweise "Grosse Woche" oder "Große Woche" schreibt, war redaktionsintern (wenn man es jetzt einmal so nennen möchte) zwischenzeitlich Gegenstand eifrig geführter Diskussionen. Diejenigen, die es eigentlich wissen müssten, Baden Galopp nämlich, pflegt auf seiner Internetpräsenz vorwiegend (nicht durchgängig) die Schreibweise "Grosse Woche", welche von der Sport-Welt auf der Titelseite und in den Texten der Ausgabe vom 25. August übernommen wird. Die der aktuell gültigen Rechtschreibregeln Kundigen behaupten nun jedoch, dass auf einen langen Vokal ein "ß" zu folgen hätte, wir richtigerweise also vor der "Großen Woche" stehen müssten und dort "großen Sport" zu sehen bekämen. Keinen Zweifel gibt es jedenfalls an der langen Tradition dieser Veranstaltung und aus einer solchen lässt sich mit einigem Wohlwollen durchaus ein gewisser Sonderstatus gegenüber vergleichsweise ephemeren orthographischen Regeln deduzieren. Die sportliche Seite tangiert derlei ohnehin nicht.

Bei der morgen beginnenden "Großen Woche" sind wir erfreulicherweise mit zweijährigen Pferden am Start, zudem in einem hochdotierten Auktionsrennen - dem zweithöchst dotierten Rennen des gesamten Meetings - und, läuft alles nach Plan, auch noch in einem Listenrennen. Hinzu kommen noch einige Starter im Ausgleich. Wir können zwar, gemessen nach Anzahl, nicht sehr viele Starter vorweisen, dafür tritt allerdings der Großteil mit guten Chancen an.
Den Beginn macht morgen der talentierte Night Counter im Besitz der Turffreunde Baden e.V. Wir konnten den Hengst vergangenes Jahr als Wunschpferd bei der "BBAG Sales und Racing Auktion ersteigern. Der vom Gestüt Wittekindshof gezogene Braune ist höchstens mittelgroß, dafür sehr kräftig gebaut. Er fällt durch seine tolle Bewegung auf. Im Frühjahr zeigte er sich ein bisserl aufmüpfig und benahm sich wie ein Halbstarker, inzwischen fällt ihm derlei nur noch selten ein. Gib er sich auf der Sandbahn und zu Beginn auch beim Training aus der Startmaschine eher phlegmatisch, so präsentiert er sich auf der Grasbahn deutlich ehrgeiziger. Auch wenn das Feld morgen sehr anspruchsvoll aussieht, stammen die Debutanten großteils doch von Vätern, die nicht unbedingt für Frühreife stehen, außerdem vor allem Pferde für weitere Wege produzieren. Die Ausnahme ist hier sicherlich der Showcasing-Nachkomme Spotlight, der in der Arbeit sehr gut zu gefallen wusste, und eventuell der Tai Chi-Hengst Pacato. Nichtsdestotrotz bleibt es insgesamt ein stark besetztes Feld.
Auch wenn Night Counter kein 1400m Pferd zu sein scheint, hat er im Training alles gelernt und ausreichend geübt. Er gefiel auf der Grasbahn. In der Arbeit ist ihm nichts Neues mehr beizubringen, wir können ihn also guten Gewissens starten lassen. Beim morgigen Start ist zu hoffen, dass er wertvolle Rennpraxis sammelt, ein gutes Erlebnis hat und uns Hoffnung für die Zukunft macht. Leon Wolff wird ihn reiten.

Silvretta

Am Sonntag starten wir dann im mit €102.500,- dotierten Auktionsrennen für Stuten. Letzten Herbst hatte ich geplant, in diesem Rennen mit zwei Stuten zu laufen. Bei Silvretta ging der Plan aufgegangen, bei Sainted Fortune wie bei vielen anderen leider nicht. Silvretta hat mir in München gut gefallen. Wir waren vielleicht einen Ticken zu früh in Front. Unter den acht startenden Stuten sind drei noch nicht gelaufen. Unterschätzen darf man die nicht, es bedürfte jedoch schon einer bemerkenswerten Leistung, um ungestartet dieses Rennen zu gewinnen. Wir haben den Eindruck, dass sich Silvretta nach dem letzten Start nocheinmal verbessert hat. Ich sehe uns als interessanten Herausforderer der Favoriten. Wladimir Panov wird die Stute erneut reiten. Macavity lieferte zuletzt nach tollem Rennverlauf eine feine Leistung ab. Er geht mit guten Chancen und Michael Cadeddu im Sattel auf die Reise.


20. August 2022

Artemia im Stuten-Listenrennen in Düsseldorf

Die Absicht, Artemia ins morgige Düsseldorfer Listenrennen zu schicken, gedieh aus ihrem an selber Stelle im Juni eingeholten Sieg gegen den guten Arnis Master. Die Vorbereitung auf dieses Rennen verlief uneingeschränkt reibunglos. Auch das Aufbaurennen Ende Juli in München, das uns als Zweiter ins Ziel kommen sah, geht für mich in Ordnung. Dieses Rennen ging über 1600m, wurde langsam gelaufen, wir waren auf eine tote Spur festgelegt und hatten zwischenzeitlich auch noch wenig Platz. Viel sprach also gegen uns. Der damalige Sieger ist bestimmt kein schlechtes Pferd, nicht zuletzt deswegen ist uns in Riem also kein Zacken aus der Krone gefallen.

Nach der Vorstarterangabe Mittwoch Vormittag durften wir noch für kurze Zeit mit einem kleinen aus nur fünf Pferden bestehenden Feld rechnen, bis zu Mittag waren es dann aber doch deren neun. Vier davon kommen aus Frankreich, eine Stute aus Ungarn und eine aus Schweden. Nur drei heimische Stuten treten an.
Artemia ging in der Arbeit mächtig gut. Auf der Düsseldorfer Rennbahn hat sie, wie erwähnt, bereits gewonnen. Da ihr ständiger Reiter Rene Piechulek für seinen Geldgeber Stall Salzburg in Hannover reitet und somit verhindert ist, mussten wir uns auf die Suche nach gleichwertigem Ersatz machen. Mit Andrasch Starke sitzt nun zwar ein Reiter im Sattel, der Artemia noch nicht geritten hat und mit dem ich generell bisher erst wenig zusammen gearbeitet habe, es gibt jedoch in Deutschland wohl keinen anderen Jockey, der mehr Erfahrung oder Erfolge gerade auf Black-Type-Ebene vorweisen kann.
In Österreich existierte früher (das heißt ganz, ganz früher) das Bonmot, L.R. stehe für "Leichtes Rennen". Schon der Blick auf die Pedigrees der anderen Kandidaten offenbart, dass mit einem solchen diesmal leider nicht zu rechnen sein dürfte. Viele blaublütige Stuten finden sich unter der Konkurrenz. Beispielsweise stammt die Nummer 1 Sentimental Mambo von Deep Impact aus keiner geringeren Mutter als Stacelita. Die Monsun-Stute ist immerhin sechsfache Gruppe 1-Siegerin.

Um unser volles Leistungspotential ausspielen zu können, benötigen wir ein schnelles Rennen, auf ein welches durchaus nicht unbegründete Hoffnungen bestehen. Doch selbst diesenfalls bedarf es morgen schon einer sehr guten Leistung, um das Ziel Black-Type zu erreichen. Voller Vorfreude und Spannung treten wir morgen Früh die Reise auf den Düsseldorfer Grafenberg an.

Hals und Bein!


15. August 2022

Erfreulicher Feiertagsrenntag

Mit einem Sieg, zwei zweiten und einem dritten Platz, sowie auch den restlichen beiden Startern im Geld, fällt unsere Bilanz der heutigen Renntage alles andere als negativ aus. Die jeweils zumeist sehr ansprechenden Leistungen werden natürlich von der famosen Form Furiosos überstrahlt. Der fünfjährige Schützling des Stalles Logo lieferte wahrlich eine beeindruckende Vorstellung ab. Überließ er die Führungsarbeit während der ersten Runde noch zwei vielleicht etwas zu eifrig agierenden Kandidaten, zeigte er spätestens mit Beginn der letzten Runde, über wen der Weg zum Sieg diesmal tatsächlich zu führen gehabt hätte, wenn denn einem der Konkurrenten Wille und Vermögen zu solcher Tat zu Gebote gestanden wären. So weit kam es allerdings nicht. Eingangs der Zielgerade forderte Shuichi Terachi den Wallach kurz auf und der Rest war ein einsamer Sprint zu einem Vorsprung von im Ziel achteinhalb Längen. Sehr unspektakulär, wie es ein das Rennen auf dem Monitor in München beobachtender Afficionado lapidar zusammenfasste.
Auch Silvretta macht bis zum Start und über weite Teile des Rennens alles richtig, wurde dann vielleicht einen Ticken zu früh gebracht und musste sich schließlich noch zwei erfahreneren Pferden geschlagen geben. Man darf jedenfalls gespannt sein, wie die voraussichtliche Revanche in Iffezheim ausfallen wird. Lange Zeit gut sah es auch für Rum Tum Tugger aus, im Endkampf zog er gegen einen diesmal stärkeren Konkurrenten jedoch den Kürzeren. Die positive Überraschung des Tages war zweifellos das Auftreten von Lips Leo, der hier schon bei seinem Debut ein ausgeprägtere Begabung zum Rennpferd erkennen ließ. Macawi wurde, wie in der gestrigen Vorschau schon befürchtet, ein Opfer der kleinen Bahn und Leevke - nun ja, holte immerhin noch ein Geld.


14. August 2022

Traditionstermin

Der 15. August folgt dem Meeting zur 200 Jahre Feier des Deutschen Galopps in Berlin. In Bayern und im Saarland ist der 15. August ein Feiertag (Mariä Himmelfahrt) und sowohl für Saarbrücken als auch München ein Traditionstermin. In München fanden an diesem Tag in den letzten Jahren allerdings nicht immer Rennen statt. Es existiert die Ansicht, die beiden Bahnen würden sich durch die Ansetzung eines gleichzeiten Renntages gegenseitig Pferde wegnehmen und darin läge die Ursache für die relativ kleinen Feldern. Schade, dass der Bestand an Rennpferden in unserem Land inzwischen derart geschrumpft ist.

Silvretta

Wir sind morgen auf beiden Bahnen mit jeweils drei Pferden vertreten. In München beginnen wir mit der zweijährigen Hoffnungsträgerin Silvretta. Ihre Debutform war bestimmt nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt haben. Trotzdem gefällt sie mir in der Arbeit weiterhin sehr gut. Unser Hauptaugenmerk mit ihr liegt nach wie vor auf dem Auktionsrennen für Stuten in Iffezheim am 28. August über 1200m. Das morgige Rennen über 1000m zählt einerseits als Aufbaustart, andererseits als Standortbestimmung. Dank Baden Galopp durften wir auf der Geraden Bahn arbeiten, sie wird diesbezüglich in München also kein völliges Neuland betreten. Silvretta hat ein überragend gutes Nervenkostüm. Weder das Rennen, noch Arbeiten, noch ausgiebiges Startmaschinentraining können sie aus der Ruhe bringen und geschweige denn nervös machen. A propos Startmaschinentraining: ein solches war leider notwendig, da sie trotz Üben beim ersten Lebensstart etwas verzögert absprang. Da bei Distanzen von 1000m und 1200m ein guter Start nicht nur keinen Nachteil sondern behufs ernsthafter Anwartschaft auf einen guten Platz sogar unbedingte Voraussetzung bilden, haben wir eben nocheinmal ausgiebig geübt. Die Fuchsstute ist trotz Verzögerung immer super schnell auf den Beinen und die Arbeitsleistungen haben gut gefallen. Auf ihr Abschneiden gegen routinierte Stuten, auf welche wir wohl dreizehn Tage später in Iffezheim treffen werden, bin ich schon sehr gespannt. Ob sie die nötige Aufgeregtheit und "nervous energy" besitzt, um über 1000m erfolgreich zu sein, vermag ich nicht zu sagen. Es ist mit Blickrichtung Iffezheim die morgige jedoch die richtige Aufgabe.

Leevke, Macawi, Silvretta
Lips Leo debutiert in einem Rennen, das ausschließlich für noch nicht gelaufene Pferde ausgeschrieben wurde. Ein sehr interessanter, leider zu selten praktizierter Ansatz. Was Silvretta nicht hat, besitzt Lips Leo: "nervous energy". Der wunderschöne Fuchshengst vermochte sich in den letzten Wochen von Arbeit zu Arbeit zu steigern. Er bevorzugt weicheren Boden und soll durch den Start gefördert werden. Er kann alles und ist jetzt startklar. Ein Geldgewinn wäre schön.
Lips Leo
Leevke wusste in Bad Harzburg eine leichte Aufgabe sicher zu gewinnen. Der Sieg fiel leichter, als es aussah. Sobald sie an der Spitze des Feldes ankam - und das war sehr früh der Fall - war sie schnell der Meinung, ihre Aufgabe erfüllt zu haben. Ihre neue Einstufung (GAG 60kg) hat uns dazu bewogen, sie im Ausgleich laufen zu lassen. In der Arbeit ist sie sehr bequem geworden, daher sind genaue Aussagen schwierig. Mein Eindruck ist jedenfalls kein schlechter. Sämtliche Starter werden von Wladimir Panov geritten.

Rum Tum Tugger, Furioso, Photo von Valeria Grummel

In Saarbrücken macht Rum Tum Tugger den Anfang. Er benötigt zu seiner Bestform weichen Boden, diesbezüglich hatten wir diesen Sommer leider kein Glück. Das Rennen ist übersichtlich besetzt und die Reise nicht weit, somit laufen wir. Ist die Bahn gut bewässert, wird er ansprechend laufen. Anna van den Troost, die ihn bereits gut kennt, sitzt im Sattel. Furioso entwickelt sich zu einem richtig braven, soliden Handicapper, der brav seine Form ausläuft. Shuichi Terachi hat ihn bereits in Bad Harzburg geritten und war dort nur sehr knapp um das zweite Geld geschlagen. Die morgige Aufgabe sieht gut aus. Auf der Bahn konnte er bereits einmal leicht gewinnen. Der Boden wird passend für ihn sein. Macawi konnte bei ihrem Lebensdebut positiv überraschen. Ihr Speed war schon schön anzusehen. Von dem Rennen hat sie zudem stark profitiert, sie wird diesmal also noch besser laufen. Ein Fragezeichen bleibt die kleine Bahn; ihre große Aktion würde auf einer Bahn mit mehr Linie besser zur Geltung kommen. Leider gab es da keine passenden Rennen. Auch sie wird wieder von Anna van den Troost geritten.

Hals und Bein und viel Spannung allen Lesern

Furioso, Photo von Valeria Grummel

30. Juli 2022

Artemia in München

Artemias Sieg in Düsseldorf wurde durch die anschließenden Auftritte der damals Zweit- (Arnis Master) und Viertplatzierten (Nerian) aufgewertet. Dennoch befinden wir uns morgen nicht in der Favoritrolle. Die Stute hat die kleine Pause vor der von uns als wichtiger betrachteten zweiten Saisonhälfte gut genutzt. Auch wenn sie inzwischen nocheinmal ins Wachstum kam und gerade ihre vielleicht letzte größere Entwicklungsphase absolviert, darf ihre jüngste Arbeit als sehr gut gewertet werden. Bei nur vier Startern ist ein taktisches Rennen zu erwarten. Alle Kandidaten bevorzugen es, aus der Reserve geritten zu werden. Sollte es also ein langsames Rennen geben, ist es wichtig, dass Reiter Rene Piechulek die Stute auf den ersten paar hundert Metern ruhig hält, um möglichst wenig Kraft zu verbrauchen. Sollte es wider Erwarten zu einem schnellen Rennen kommen, werden wir Aufschlüsse über ihr Stehvermögen erhalten. Artemia ist mächtig gut am Posten, wir dürfen also auf das morgige Laufen gespannt sein.

Hals und Bein!


17. Juli 2022

Pflicht erfüllt

Photo von Marc Rühl

Mit der Bürde der Erwartung eines sicheren Sieges beladen und auch am Toto hoch favorisiert ins Rennen gestartet, konnten Leevke und ihr Reiter Wladimir Panov heute eigentlich nur verlieren. Glücklicherweise kam es anders und nicht obwohl, sondern gerade weil die Anspannung vor solchen Aufgaben bei allen Beteiligten stets außerordentlich groß ist, schmeckt dieser Sieg besonders süß. Der Rennverlauf war allerdings nicht ausschließlich dazu angetan, das Nervenkostüm emotional involvierter Beobachter zu schonen. Vom Start weg übernahm zunächst Stallgefährte Le Beau Rock das Kommando, hielt Leevke sich noch bedeckt. Als Ersterer dem Tempo und wohl auch der Tatsache seines Jahresdebuts Tribut zu zollen hatte, trat Leevke an seine Stelle und führte das Feld energisch um den letzten Bogen und in die Zielgerade. Dort hatte nur mehr Lady Catherine etwas entgegenzusetzen, das zwischenzeitlich sogar mit der Anmutung ernsthafter Anwärterschaft für eine späte Überraschung. Leevke wusste allerdings alle Angriffe zu kontern und überquerte die Linie schließlich mit einem sicheren Vorsprung von drei Längen. Große Freude, zu welcher auch die zweiten Plätze von Brigantine. und Malaaw sowie die dritten durch Macawi und Kenzydancer beitrugen, ward gestiftet.

Ein kleiner Wermutstropen als Nachtrag: Kenzydancer wurde im Anschluss an sein Rennen geclaimt und wird unser Quartier wohl Richtung Marseille verlassen.

Photo von Marc Rühl

16. Juli 2022

Auch potentielle Sitzer müssen erst noch gemacht werden

Die dem Fußballsport entliehene Metapher des Elfmeters lässt sich nur unter der Voraussetzung einiger Verwegenheit (und unter Ausblendung des im Fußball mitzudenkenden der Konkurrenz gegenüber punitiven Charakters einer solchen Maßnahme selbstverständlich) für einen Starter im Galopprennsport in Verwendung setzen. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich mich in meinen Prognosen stets eher zurückhaltend zeige. Dennoch meinte ich, im Laufe dieses verlängerten Rennwochenendes einige Vorlagen vom Punkt einer sicheren Verwertung zuführen zu dürfen. Die erste dieser Gelegenheiten wurde gestern leider durch die von mir hochgeschätzte Anna van den Troost mit Zara de Luxe auf der Miesauer Zielgeraden versemmelt. Die Leichtigkeit, mit der die vierjährige Stute auf dem Weg dorthin dominierte, verleitete letztlich zu übergroßem Leichtsinn und Leichtfertigkeit. Sieger ist eben nicht - um noch einem anderen Sport eine Metapher zu entleihen - wer über den längsten Zeitraum das gelbe Trikot des Gesamtführenden trägt, sondern wer in Paris als Erster über die Linie fährt (bildlich gesprochen). Hoffen wir, dass sich dieses Rennen nicht zum Menetekel für die Farben des Rennstalles Geisler erweist. Ach ja, durch (unter anderem) unser Nachbarland rollt derzeit gerade wieder die Tour de France.

Den nächsten Elfmeter gibt es bereits morgen zu versemmeln verwerten: wenn Leevke (Wladimir Panov) auch nur annähernd unseren Erwartungen gerecht wird, verfügt sie über reell gute Siegchancen. Sie durchlief beim letzten Start ein sehr unglückliches Rennen, beginnend mit der Startverzögerung und den Umwegen, die sie im Schlussbogen zu gehen hatte. Dieses Antreten wird ihr dennoch weitergeholfen haben. Le Beau Rock (Anna von der Recke) gibt sein Jahresdebut. Er geht nur einen Strich, mal sehen, wie weit er kommt. Macawi (Anna van den Troost) debutiert hingegen überhaupt. Sie ist gut geschult, wird sich aber im Vergleich zu ihren Arbeitsleistungen noch zu steigern haben. Bei Amsterdam überlegten wir lange hin und her, welches Rennen denn nun das geeignetste für ihn wäre. Ein in Bezug auf Distanz und Skala richtig gut passendes fanden wir leider nicht. Nun gehen wir mit Erlaubnisreiter (Gavin Ashton) in diese Prüfung und müssen sehen, wo wir im Ausgleich stehen. Er sieht blendend aus und ist psychisch in sehr guter Verfassung.

Nahezu zeitgleich laufen zwei unserer Pferde in einem Reclamer in Vittel. Der frische Sieger aus Aix-les-Bains Kenzydancer und Brigantine. Die beiden liefen bereits letztes Jahr, als Brigantine Kenzydancer gegenüber knapp die Oberhand behielt, gegeneinander. Kenzydancer befindet sich aktuell in Topform, während Brigantine immer noch auf der Suche nach diesem Zustand ist. Meiner Ansicht nach haben in dieser Gesellschaft beide eine Chance. Für Kenzydancer ist die Distanz das Maximum, für Brigantine dürfte der Boden etwas weicher sein. Auch Malaaw (Jaqueline Laquai) tritt wieder auf Reclamer-Ebene an. Mit nur vier Pferden ist es ein äußerst klein besetztes Feld, der Taktik wird in diesem Amateurrennen also gesteigerte Bedeutung zukommen. Im Handicap lief er zuletzt zweimal recht ordentlich.

Allen Lesern Hals und Bein, ein spannendes Rennwochenende, und uns hoffentlich eine verbesserte Chancenverwertung bei den - naja - Standardsituationen.


15. Juli 2022

Drei Renntage, vier Bahnen

Heute Nachmittag beginnt in Miesau ein starkes Rennwochende mit einigen guten Chancen für uns. Zara de Luxe tritt erstmals für unsere Interessen an. Sie stand bereits bei mehreren Kollegen im Training. Sie stark zu verbessern wird daher schwierig, vielleicht können wir es ihr aber etwas einfacher machen, als sie es bisher hatte. Wenn sie es schafft, mal den Kopf vorne zu haben, platzt vielleicht auch der sprichwörtliche Knoten. Sie hat jetzt jedenfalls eine möglichst leichte Aufgabe bekommen. Das zu schlagende Pferd ist wohl Ablaze. Zara wird Anna van den Troost anvertraut.

Am Samstag findet in Bad Harzburg eines der heißumworbenen Super Handicaps statt. Rum Tum Tugger konnte auf dieser Bahn bereits gewinnen. Er hat sich zuletzt in Mannheim angekündigt, etwas weicheres Geläuf wäre ihm bekanntlich lieber. Um dieses Rennen zu gewinnen, braucht man gewiss etwas Rennglück. Martin Seidl wird reiten. Spirit of Life wird leider nicht antreten können, was mich sehr traurig stimmt. Walid sollte sich von besserer Seite zeigen.


09. Juli 2022

Sieg in Aix-les-Bains

Gestern musste sich Kenzydancer noch nachsagen lassen, beim Frühjahrsmeeting "nicht bloß eine Enttäuschung, sondern auch völlig überfordert" gewesen zu sein, heute stellte er seine gute Reputation in beeindruckender Manier wieder her. Schon nach dem Absprung setzte sich der fünfjährige Cometica AG-Schützling energisch an die Spitze, entschlossen und vor allem vermögend, diesen Platz bis zum erfolgreichen Überqueren der Ziellinie nicht wieder aufzugeben. Nach Absolvieren des Bogens bewahrte Reiter Corentin Berge auf der kurzen Geraden länger als seine Konkurrenten die Ruhe und musste Kenzydancer letztlich auch nicht groß auffordern, das für den Sieg erforderliche Quäntchen zuzulegen.
Nachdem wir in den letzten Jahren mehrfach knapp daran scheiterten, dieses Rennen, den "Prix Saint-Innocent", zu gewinnen (mit Danuvius, der 2016 Zweiter wurde, Be A Wave, die 2019 so wie auch Kenzydancer 2021 Dritte wurde), machte sich diese Hartnäckigkeit heuer endlich bezahlt.

Zum Artikel auf → GaloppOnline


08. Juli 2022

Unsere erste Zweijährige am Start

Morgen werden Kenzydancer und Malaaw in Aix-les-Bains antreten. Malaaw gefiel mir bei seinem letzten Start in Wissembourg nach schlechtem Rennverlauf gut. Völlig unüblich für ihn wurde er aus der Reserve geritten. Dieser Modus gefiel ihm offensichtlich, denn er überholte noch den Großteil des Feldes. Nur wenige Meter mehr wäre er weiter vorne gelandet. Morgen sieht es zwar nicht leichter aus, aber er hat sich nach diesem letzten Rennen gut präsentiert. Da die Pause zwischen den Rennen diesmal nicht zu lange werden sollte, haben wir uns für diesen Start entschieden. Kenzydancer war in Iffezheim nicht nur eine Enttäuschung, sondern auch völlig überfordert. Er braucht Bahnen mit Bögen, eine gerade Bahn ist nichts für ihn. In Aix-les-Bains konnte er letztes Jahr seine erste gute Form abliefern. Lassen wir uns überraschen. Beide Pferde werden mangels meiner üblichen Reiter in Frankreich von Corentin Berge geritten.

Am Sonntag führt uns die Reise mit Naduah nach Köln. Jaqueline Laquai wird sie reiten. Jeder, der unsere Seite regelmäßig liest, kennt Naduah bereits. Ich will mich nicht ausführlich wiederholen, darum nur kurz und bündig: hat sie gute Laune und Lust, schnell zu laufen, wird sie gewinnen. Das Potential ist allemal da.

Silvretta als Jährling

Am Montag wird es dann mit unserer ersten zweijährigen Starterin ernst. Silvretta startet in Vittel. Ich konnte sie bei der letztjährigen BBAG Jährlingsauktion ersteigern. Sie erschien mir bereits damals frühreif zu sein. Im Hinterkopf hatte ich auch das Badener Stuten Auktionsrennen über 1200m (Darley BBAG Auktionsrennen) während der Großen Woche. Kurz nach ihrem Erwerb verkaufte ich sie im Stall an Herrn Jens Böhm weiter. Silvretta ist eine mittelgroße, kräftige Fuchsstute. Sowohl ihr Vater Buratino als auch ihre Mutter Schesaplana waren frühreife, schnelle Pferde. Sie selbst lernte alles im Eilzugstempo. Einen Start im Juni ließ ich nur deshalb aus, weil sie noch einen Ticken zu spät aus der Startmaschine absprang (was zwar auch jetzt noch der Fall ist, aber inzwischen doch deutlich besser wurde) und weil die Grasbahn eine Woche vor dem Frühjahrs Meeting, während des Meetings und eine Woche danach, also drei Wochen der wichtigen Vorbereitungsphase nicht zur Verfügung stand. Umso näher es jetzt zum Rennen kommt, umso mehr freue ich mich auf diesen Start. Sie ist extrem spritzig, wartet aber gleichzeitig in der Arbeit auf das Signal des Reiters bis es los geht. Das Rennen wird kein Honigschlecken, dessen sind wir uns bewusst. Die Spannung wird jedenfalls groß sein. Sie ist dem Formjockey Martin Seidl anvertraut. Auch wenn der erste Start immer als Lernstart verbucht werden muss, bleibt es doch irgendwo immer auch eine erste Standortbestimmung.
Unser zweiter Starter am Montag ist Aerion. Zuletzt kam er gar nicht ins Rennen. Man hatte das Gefühl, es sei ihm viel zu kurz. Da wir das Super Handicap in Bad Harzburg im Auge haben, wollen wird diesen Start noch zur Vorbereitung nutzen. Trotzdem nehmen wir natürlich alles mit, was möglich ist.

Silvretta heute

Hals und Bein und viel Spannung allen Lesern!


28. Juni 2022

Langer Hamburger

Das vergangene Wochenende wurde mit einem 5. Platz von Malaaw in Wissembourg eingeläutet. Aus ziemlich aussichtsloser Position lief er noch brav auf nach vorne. Ein paar Meter weiter wären wird noch Vierter geworden. Dennoch konnte man mit dem Laufen zufrieden sein. Leevke lief in Hamburg brav. Auch bei ihr sprach am Ende einiges gegen sie. Ein schlechter Start und ein Pferd, das im Bogen genau vor ihr liegend langsam wurde, sodass Maike Riehl weite Wege gehen musste. Um Schluss zog sie noch brav an. Der nächste Start wird uns mehr Aufschluss geben können. Furioso hatte hingegen eine schönes Rennen, am Ende war es dann aber wohl einen Ticken zu schwer für uns. Bahnen mit Bögen und kurzer Gerade liegen ihm sicherlich mehr. Brigantine verletzte sich in Lyon in der Startmaschine, sodass sie am Rennen nicht mehr teilnehmen konnte.

Wie geplant läuft Lord Leoso morgen Mittwoch im "Langen Hamburger". Sein Reiter wird diesmal Rene Piechulek sein. Bei seinem letzten Start bewies der siebenjährige Wallach großes Kämpferherz. Erst ganz zum Schluss spürte er die Pause, vielleicht wurde ihm Distanz von 3000m dann doch etwas zu weit. Eine Antwort auf diese Frage werden wir diesmal bekommen. Der Abstand zu Köln sind gute drei Wochen, also ideal. Die Distanz ist nochmal um 200m weiter und das Feld macht einen starken Eindruck. Zu den damals Erstplatzierten aus Köln gesellen sich noch zwei Pferde (Diamantis, Sea of Sands), die vergangenes Jahr im Derby liefen. Es wird also spannend.


25. Juni 2022

Startschuss zum Derby Meeting

113 Jahre alt wäre der vielgewitzte Wahlhamburger Heinz Erhardt ohne sein verfrühtes Ableben heuer geworden und während diese Zahl keinen aufdringlichen Anlass hierfür darstellt, ist sie immerhin auch kein Einwand gegen das Erzählen eines Heinz-Erhardt-Gedächtnis-Kalauers. Bei folgendem handelt es sich außerdem um eine wahre Begebenheit: Eine Dame möchte im Supermarkt Zitronen kaufen, der Scanner an der Kasse erkennt jedoch den Barcode am die Zitronen enthaltenden Netzbeutel nicht. "Die wollen nicht", bemerkt die Kassierin lapidar, worauf der nächste Kunde meint: "Die sind wahrscheinlich sauer".
Für ähnlich viel Heiterkeit und Frohsinn sorgen hoffentlich auch die nächsten Renntage, oder vielmehr, sie stiften irgendjemandem ganz bestimmt Heiterkeit und Frohsinn, zu hoffen bleibt dabei, dass die Ergebnisse der nächsten Tage geeignet sind, auch uns in einen solchen Gemütszustand zu versetzen. Die Chancen dafür sind durchaus vorhanden.
Am Sonntag sind wir in Hamburg mit zwei Startern dabei. Leevke (Maike Riehl), die zu meiner großen Freude wieder bei uns im Stall ist, soll unseren die letzten Renntage aufgebauten Lauf guter Ergebnisse fortsetzen. Sie hat lange gebraucht, um wieder in die richtige Spur zu finden. Jetzt gefällt sie mir gut und der Start kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Sie verfügt über viel Potential, man darf sie in der Arbeit jedoch nicht voll anfassen. Wir hoffen, diesen schmalen Grat getroffen zu haben. Ein ordentliches Comeback zu geben und dabei gesund heim zu kommen sind das Ziel. Furioso bewies spätestens in Saarbrücken Stehvermögen. Diesmal wird es sicherlich schwieriger, auch wenn er für den Sieg kein Aufgewicht erhalten hat. Hamburg und Iffezheim sind allerdings generell immer eine Klasse schwerer als andere Bahnen. Er fühlt sich wohl und ist nach wie vor gut aufgelegt. Zu weich soll es für ihn nicht werden. Er wird Rene Piechulek anvertraut.
Bereits heute startet Malaaw in Wissembourg. Er ist ein richtiger Professor geworden, zu schlau ist, um in der Arbeit etwas zu verraten. Der Ritt ist Cyrill Stefan anvertraut. Er kennt in Wissembourg jeden Grashalm, was dort immer ein großer Vorteil ist
. Am Montag wird Brigantine (Clement Lecouevre) in Lyon antreten. Sie hat dieses Jahr nur enttäuscht, benötigte viel Anlaufzeit. Sie sieht inzwischen blendend aus und sollte nun langsam zu alter Form zurückfinden. Ob es schon diesmal klappt oder erst beim nächsten Mal bleibt abzuwarten. Am Mittwoch geht es dann mit Lord Leoso in Hamburg im "Langen Hamburger" weiter.

Unsere Baustelle am Stall ist inzwischen fast fertig gestellt. Der neu gestaltete Trabring rund um den Mittelstall sieht inzwischen sehr schön und gepflegt aus. Jetzt wird noch ein Sandgemisch aufgetragen und dann ist der Ring wieder voll einsetzbar. Von unseren Turffreunden erhielten wir ein paar Fotos von deren Vereinspferd Night Counter, der sich weiterhin toll entwickelt, zur Verfügung gestellt bekommen.

Zur Homepage der → Turffreunde Baden e.V.

Hals und Bein und viel Spannung fürs Hamburger Derby Meeting 2022!


16. Juni 2022

Zwei Siege in Mannheim

Man darf hier wohl von einem Lauf sprechen: nach den Erfolgen in Saarbrücken und Düsseldorf konnten heute in Mannheim der dritte und der vierte Siege innerhalb von nicht einmal zwei Wochen verbucht werden. Den Auftakt machte gleich im ersten Rennen Amsterdam. Reiterin Maike Riehl beherzigte dabei die alte wie bewährte Rennsportweisheit, dass wenn man sich gleich nach dem Absprung an die Spitze setzt und dann die Führung bis zur Ziellinie nicht mehr abgibt, man das Rennen in der Regel gewonnen hat. Derlei Vorgehen macht eine zu absolvierenden Distanz von 2500m natürlich nicht leichter, sieben Längen Vorsprung im Ziel und der Umstand, dass Amsterdam dafür keiner Einladung bedurfte, sprechen jedoch eine klare Sprache über den an diesem Tag gültigen Klassenunterschied zur Konkurrenz.
Nach einem Intermezzo durch den zweiten Platz von Rum Tum Tugger (Anna van den Troost) im fünften Rennen, rundete Macavity im siebenten und letzten Rennen dann den Tag zu einem außergewöhnlich erfolgreichen ab. Amateurreiterin Jaqueline Laquai, die damit den ersten Sieg bei ihrem erst dritten Ritt feiern durfte, nahm sich dabei die schon zuvor bei Amsterdam bewährte Taktik zum Vorbild. Eineinhalb Längen Vorsprung standen hier am Ende zu Buche. Insgesamt stellen die beiden Siege eine annähernd stallinterne Affaire dar, denn neben Jaqueline Laquai sind auch die beiden Besitzerinnen der siegreichen Pferde Eva-Maria Geisler (Amsterdam) und Valeria Grummel (Macavity) bei uns tätig.

Zum Artikel auf → GaloppOnline


15. Juni 2022

Vorschau auf den morgigen Renntag in Mannheim

Nach dem abgebrochenen Renntag im Mai gestaltete sich die Organisation dieses Renntages als ausgesprochen schwierig: (zu) kleine Felder und kaum Reiter. Dennoch war es sehr wichtig diesen Renntag auf Schiene zu bringen, um Mannheim nicht von der rennsportlichen Landkarte zu verlieren. Wichtig ist nun ein reibungsloser Ablauf ohne Zwischenfälle.
Nun zu unseren Startern: nach seinem zweiten Platz in Saarbrücken ist Amsterdam morgen Favorit. Das letzte Rennen hat ihn gefördert, er ist besser drauf als zuvor. Wir sind aufgrund seiner Arbeitsleistungen und seiner Abstammung (Maxios aus einer Singspiel-Mutter) der Meinung, er wird stehen. Das muss er uns morgen aber erst einmal beweisen. Der Boden dürfte ruhig weich sein, womit allerdings leider nicht zu rechnen ist. Einige der Konkurrenten haben wir ja in Saarbrücken schon getroffen und hinter uns gelassen, darunter auch Ready Set Go, den man nicht unterschätzen darf. Er ist wohl der Gegner. Maike Riehl wird Amsterdam reiten, sie kennt ihn bereits.
Rum Tum Tugger ging bei zwei Starts in Mannheim immer als Sieger vom Geläuf. Er hat toll gearbeitet. Seine Form aus Mülheim können wir getrost streichen. Auch für ihn könnte der Boden weicher sein. Anna van den Troost wird ihn erstmals reiten.
Auch Macavity ist in Mannheim ungeschlagen. Er lief sowohl in Düsseldorf als auch in Iffezheim sehr ordentlich und befindet sich nach wie vor in Topform. Er wird unserer Amateurreiterin Jaqueline Laquai anvertraut. Es ist erst ihr dritter Ritt, daher muss man erst abwarten und ihr jeden Fehler verzeihen.

Wir freuen uns auf Mannheim,
Hals und Bein


12. Juni 2022

Beeindruckende Vorstellung von Artemia

Alle Zweifler, die Artemia nach ihrem achten Platz zuletzt in Mailand für überschätzt hielten, belehrte die dreijährige Stute heute in Düsseldorf eines besseren, indem und in der Manier, wie sie sich souverän gegen die nominell starke Konkurrenz durchzusetzten vermochte. Während des Rennens hinter dem Feld versteckt, hatte der von Rene Piechulek gerittene Stall Herb-Schützling auf der Zielgeraden nämlich keinerlei Probleme, im entscheidenden Augenblick gerade soviel zuzulegen, dass zu kaum einem Zeitpunkt Fragen über den Ausgang des Rennens aufkommen konnten.

Photos von Marc Rühl | Zum Vergrößern anklicken


11. Juni 2022

Auf in die nächste Runde

Ein erfolgreiches und darum naturgemäß erfreuliches Wochenende liegt hinter uns. Furioso löste seine Aufgabe in Saarbrücken in beeindruckender Manier. Auch Accelerator und Amsterdam konnten die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Lord Leoso bewies in Köln, dass er zur deutschen Steherelite gezählt werden darf. Sein Kämpferherz hat uns schon beeindruckt. Erst auf den letzten Metern wurde er müde. Ob die Distanz die Obergrenze war oder ob die lange Pause den Ausschlag gab, werden wir bald beantwortet bekommen. Wir planen mit ihm Richtung Langer Hamburger.

Morgen sind wir mit Artemia (Rene Piechulek) in Düsseldorf und lassen dafür ein Engagement in Frankreich kurzfristig aus. Auch wenn sie diese Saison noch nicht voll überzeugen konnte, bin ich nach wie vor von ihr überzeugt. Sie ist ein Rennpferd mit tollem Phlegma, Charakter und allem was dazu gehört. Wir müssen nun den richtigen Dreh herausfinden. Arnis Master und Quarantini sind harte Prüfsteine. Wir werden morgen ein bisschen etwas ausprobieren und die Taktik verändern.
Spirit of Life (Rene Piechulek) war lange für einen Start in München vorgesehen. Wir haben uns schließlich doch für Düsseldorf entschieden. Sie hat uns in Iffezheim sehr gut gefallen. Der damalige Reiter Wladimir Panov meinte nach dem Rennen, mehr Distanz täte ihr gut und wäre kein Problem. Sie läuft erstmals auf einem Rechtskurs. Die Prüfung ist überschaubar besetzt.

Auch in München sind wir morgen mit zwei Pferden vertreten. Naduah und Walid treten im Ausgleich IV über 1600m an. Naduah (Jozef Bojko) bot in Iffezheim eine ansprechende Leistung, die leider unbelohnt blieb. Sie hinterlässt in der Arbeit noch immer einen sehr guten Eindruck. Dennoch fahren wir diesmal optimistisch nach München. Die gewohnt guten Arbeitsleistungen waren diesmal irgendwie noch besser als sonst.
Walid (Wladimir Panov) bekommt einen Comebackstart. Er brauchte nach dem Wechsel zu uns und der Kastration lange, um sich zu finden. Er zeigte sich in der Arbeit zuletzt gesteigert.


05. Juni 2022

Eins, Zwei oder und Drei

Erfreulicherweise standen wir mit unserer gestrigen Prognose betreffend den heutigen Renntag in Saarbrücken goldrichtig: nach einem zweiten Platz durch Amsterdam (Maike Riehl) und einem dritten durch Accelerator (Anna van den Troost ), besorgte zuletzt Stall Logos Furioso an diesem gut besuchten Renntag noch unser Schlagobershauberl. Der Rennverlauf in aller Kürze und doch hinreichend ausführlich zusammengefasst: gleich nach dem Absprung setzte sich Anna van den Troost mit dem fünfjährigen Wallach an die Spitze, die beiden blieb dort während dreier Umrundungen der Bahn (es waren immerhin 3000m zurückzulegen) und am Ende standen neun Längen Vorsprung zu Buche.

Weniger Glück hatte leider Tommaso Scardino, der sich bei einem Sturz vom Pferd verletzte und dem wir auf diesem Wege Gute Besserung wünschen.


04. Juni 2022

Nach dem Meeting ist vor dem nächsten Renntag

Morgen geht es in Saarbrücken mit Volldampf weiter. Erfreulicherweise reisen wir mit guten Chancen ins Saarland. Amsterdam hätte eigentlich schon in Mannheim für uns laufen sollen, bekanntlich wurde dieser jedoch Renntag abgesagt. Er trifft morgen auf zwei Pferde, die noch nicht alle Karten ausgespielt haben - Winning Warrior und Ready Set Go. Tommy Scardino wird Amsterdam für uns reiten, Startbox Eins sollte ein Vorteil sein. Accelerator vermittelte mir bei seinen Starts immer mal wieder den Eindruck, etwas weitere Wege zu benötigen. Der Sprung von rund um 1400m auf 1900m ist gewagt, aber versuchen möchte ich es dennoch. Anna van den Troost, die ihn bereits kennt, wird ihn reiten. Unsere größte Hoffnung des Tages ist wohl Furioso. Er gefiel mir in Mülheim besser als es das Ergebnis aussagt. Er musste den anderen viel Gewicht geben. Ist der Boden morgen nicht zu weich und aufgelockert, geht er mit guten Chancen ins Rennen. Welan ist der Gegner, steht aber diesmal ungünstiger. Die lange Distanz von 3000m werden für Furioso kein Problem sein. Auch hier übernimmt Anna van den Troost den Ritt.

Am Montag führt uns die Reise nach Köln. Am Tag des Union Rennens, dem bedeutendsten Vorbereitungsrennen fürs Deutsche Derby, findet ein sehr interessantes Rahmenprogramm statt, dessen Höhepunkt der Weidenpescher Steher Cup ist. Mit Lord Leoso bringen wir in diesem Rennen einen vielversprechenden Kandidaten an den Start. Tommy Scardino, sein Reiter, absolvierte vergangenen Dienstag bereits eine rasche Arbeit mit ihm und lernte ihn so kennen. Die Arbeit sah leider alles andere als vielversprechend aus, aber bei einem älteren Pferd, das bereits Lesen und Schreiben kann, bedeutet soetwas oft gar nichts. An dieser Stelle möchte ich an Tres Rock Danon erinnern, der in der Arbeit kaum ein Ausgleich 4-Pferd in Griff bekam. Der sonst sehr sympathische siebenjährige Wallach ist bekanntlich an der Startmaschine kein einfacher Patron. Wir haben uns aber bestmöglich darauf vorbereitet. Der Favorit Dolcetto wird der Prüfung fernbleiben, sodass wir die ungeliebte Favoritenrolle zu übernehmen gezwungen sind.
Es wird spannend, die Vorfreude auf dieses Rennen ist schon jetzt ausgesprochen groß.

Lord Leoso

Wir wünschen allen Lesern Hals und Bein


25. Mai 2022

Auftakt zum Frühjahrsmeeting

Leider konnten wir vergangenes Wochenende nicht an die durchwegs positiven Ergebnisse von unter der Woche anknüpfen. Schlussendlich müssen wir einige Dinge analysieren und versuchen, Lehren aus den Misserfolgen zu ziehen, um zumindest doch noch ein paar positive Aspekte daraus mitzunehmen.
Nun geht es aber mit Blick nach vorne direkt ins Frühjahrsmeeting. Die Bahn ist aktuell in einem fantastischen Zustand, könnte besser nicht sein. Die Veranstalter werden ein tolles Programm präsentieren, auf das sich jeder Rennsportfan freuen darf. Alle unsere Pferde gehen zumindest mit Platzchancen ins Rennen. Einen Favoriten werde ich diesmal aber nicht satteln können. Den Beginn macht Kenzydancer, der erst vor vier Tagen in Croise-Laroche lief. Für seine beiden letzten Starts erhielt er unglaublich viel Nachlass (6kg). Er sah zuletzt bereits wie der Sieger aus, auf den letzten Metern kamen dann jedoch die Räuber. Diesmal geht es 100m weiter, zudem auf gerader Bahn. Ein Bogen käme uns mehr entgegen. Es wird spannend. Life is Life zeigte bei ihrem letzten Start einen ersten Ansatz. Bei einer weiteren Steigerung spielt sie diesmal mit. Spirit of Life gefällt mir in der Arbeit gut, auch das Jahresdebut war alles andere als verkehrt. Dennoch ist das anstehende Rennen schwer, interessant wird es für sie dann im Handicap.
Am Samstag bringen wir nur Smaragd an den Ablauf. Weicher Boden wäre für ihn von Vorteil. Er sieht prima aus und sollte eigentlich eine gute Form abliefern.
Davor, am Freitag, steht noch die BBAG Frühjahrsauktion, auf der wir vier Pferde präsentieren werden, auf den Programm.


20. Mai 2022

Listenstart in Mailand

Bereits in Mailand angekommen ist unsere Vorzeigestute Artemia. Mit Mailand verbinden uns durchwegs sehr gute Erinnerungen, feierten der Stall Herb und ich dort mit Sanjii Danon immerhin schon wunderschöne Erfolge: unter anderem der Sieg im Listenrennen, dem "Premio Bereguardo". Artemia bestreitet dort morgen eines der wenigen kontinentaleuropäischen Listenrennen für dreijährige Stuten über 1400m.
Der letzte Start in München hat sie enorm weiter gebracht, da dieses Rennen stark besetzt war. Der damalige Sieger läuft am Sonntag im "Mehl-Mühlens-Rennen", den German 2000 Guineas auf Gruppe II-Parkett. Die Zweitplatzierte lieferte zuletzt in Düsseldorf auf Listenebene ein starkes Rennen ab. Die Drittplatzierte trug 2kg weniger und soll kommende Woche in einem Listenrennen in Iffezheim an den Ablauf kommen.
Das morgige Rennen ist international besetzt. Eine Stute aus Frankreich, eine aus Ungarn und eben wir aus Deutschland kommen dazu angereist. Rene Piechulek, der die Stute bestens kennt, wird sie wieder reiten. Ein Platz unter den ersten Drei ist das erklärte Ziel.

Zum Artikel auf → GaloppOnline

Mit drei Startern sind wir morgen in Mülheim vertreten. Furioso bekommt ein Start fürs Selbstvertrauen in Deutschland. Accelerator ließ zuletzt ein wenig aufhorchen. Mit Antonia von der Recke sitzt eine erfolgreiche Amazone im Sattel. Rum Tum Tugger wusste in der Arbeit gut zu gefallen. Sein Saisondebut kommt leider erst sehr spät, was unter anderem dem Renntagsausfall in Mannheim geschuldet ist. Sein Hauptziel bleibt das "Bad Harzburger Super Handicap". Mit Hinblick darauf könnte sich der späte Start in die Saison vielleicht als gar nicht so verkehrt erweisen.

Am Sonntag startet dann noch Kenzydancer in Le Croise-Laroche. Unsere Frankreichstarter liefen die letzte Woche allesamt sehr ordentlich. Aerion wurde trotz Eisenverlustes nur am Zielfoto geschlagener Fünfter, Malaaw erreichte in der Zentrale in Paris einen vierten Platz. Auch bei ihm lag der dritter Platz in Reichweite. Ebenso gefiel mir Daimyo in Strasbourg sehr gut. Mit einer besseren Startbox kämpft er um den Sieg. Zurück zu Kenzydancer: er sollte in diesem Rennen über eine gute Chance verfügen; ich erwarte ihn weit vorne.

Und nächste Woche beginnt schon das Frühjahrs-Meeting. Auch da werden wir mit einigen Startern vertreten sein. Dazu bei Gelegenheit dann mehr.

Ereignisreicher Wochenbeginn

Beginnend mit Montag übten wir mit den zweijährigen Stuten das Abspringen aus der Startmaschine auf der Bahn. Im Zuge eines solchen Ablaufes wurde Eva von einer ausschlagenden Stute so unglücklich am Schienbein getroffen, dass das Aussehen der Wunde und Evas Verfassung einen Notarzteinsatz für geboten erscheinen ließen. Da kein Notarzt im Krankenwagen verfügbar war, kam recht spektakulär eine solcher mit dem Helikopter eingeflogen und landete genau bei der 400m-Marke. Schlussendlich hatten wir Glück im Unglück, Eva überstand den Vorfall ohne Brüche. Ihre Wunde wurde genäht und sie konnte das Krankenhaus in Rastatt nach einigen Stunden wieder verlassen. Es geht ihr gut.

Renovierungs- und Umbauarbeiten

Ein Teil des Daches über unserem Mittelstall musste abgetragen werden, was diese und noch die nächsten Wochen eine teilweise baustellenartigen Situation bei uns am Hof zur Folge hat. Der abgetragene Dachüberhang wird nicht mehr erneuert. Im Zuge dieser Arbeiten soll außerdem der Boden rund um den Stall ausgewechselt werden.


13. Mai 2022

Zeitungslesestoff

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Das Badische Tagblatt, diese Zierde des Regionalzeitungswesens, veröffentlichte in ihrer Ausgabe vom 7. Mai eine Iffezheimer Stallparade, Bestandteil welcher auch ein unserem Quartier gewidmeter Artikel war. Allen Interessierten, welchen das Privileg, das Badische Tagblatt in auf Papier gedruckter Form lesen zu können, nicht zuteil wurde, dürfen wir dankenswerterweise diesen Artikel hiermit wenigstens in elektronischer Form nachreichen.


07. Mai 2022

Gute Platzchancen ...

... aber keine ganz große Siegchance findet sich unter unseren morgigen Startern in Mannheim. Im ersten Rennen der Karte wird Naduah unsere Flagge hoch halten. In München lief sie ein solides Rennen, der tiefe Boden kam ihr, wie auch für all meinen anderen Starter, jedoch ungelegen. Trotz des erstmaligen Antretens auf der Bahn in Mannheim, halte ich sie für eine sehr hoffnungsvolle Platzkandidatin. Kommt sie gut um die Bögen, ist alles drin. Die kurze Startfolge kommt ihr entgegen, ebenso das zu erwarten schnelle Tempo.
Unsere beste Chance des Tages läuft im dritten Rennen. Smaragd war in Saarbrücken gefühlt schon hochgezogen, als Tommy Scardino seine ganze Form und Klasse ausgespielte und uns auf den letzten Metern die Butter vom Brot nahm. Tommy ist auch diesmal wieder der Hauptgegner. Er reitet Zambala, mit der er zuletzt etwas spät ins Rollen kam. Auch Inchiquin bleibt ein Thema. Amsterdam läuft erstmals unter meiner Regie. Seinen Vorbesitzern gab er Rätsel auf. Zweifellos verfügt er über Talent, um sein Nervenkostüm dürfte es jedoch nicht zum Besten bestellt sein. Wir probieren diesmal eine andere Distanz und gehen deutlich weiter. Wir werden auch von der bisherigen Taktik etwas abweichen. Norge scheint ohnenhin "der Unschlagbare" im Feld zu sein. Ein Platzgeld ist unser Ziel. Life is Life steht sich, wenns drauf ankommt, noch selbst im Weg. Ihre Arbeitsleistungen sprechen demgegenüber nämlich eine ganz andere Sprache. Sie fand in Zweibrücken nie ins Rennen. Durch die längere Distanz sollte sich das bessern. Wir hoffen, sie findet morgen ins Rennen und kommt auch ins Geld.
Unsere letzten beiden Starter sind richtige Mannheim Spezis. Beide konnten ihre jeweils letzten beiden Rennen hier ganz leicht gewinnen; zum Teil - O-Ton Sport-Welt - "im Spaziergang". Macavity steht aufgrund des Aufgewichts vor einer schweren Herausforderung. Startbox eins ist zwar ein Vorteil, leicht wird es aber dennoch nicht. Saguaro geht immerhin mit 10kg weniger ins Rennen, Gainsborough Hat hat sogar 14kg weniger zu tragen. Vor zwei Jahren liefen sie in Iffezheim schon einmal gegeneinander; damals trug Macavity gerade mal 2,5kg mehr und war trotzdem um 2,25 Längen geschlagen. Ein weiterer Hauptgegner ist Laura's Legacy. Rum Tum Tugger war Ende letzten Jahres an Ort und Stelle zweimal turmhoch überlegener Sieger. Dieses Jahr brauchte er lange um ins Rollen zu kommen. Er befindet sich noch nicht ganz auf dem Level wie vergangenes Jahr aber eindeutig im Aufwärtstrend. Seine Schlussarbeit war solide. Das Rennen wird ihm mindestens weiterhelfen.


30. April 2022

Artemias Jahresdebut

Unsere morgen antretenden drei Stuten machen sich bereits heute auf den Weg nach München. Eine so frühe Anreise nach Riem ist eigentlich ungewöhnlich, diesmal aber dem zeitlichen Beginn der Rennen geschuldet. Für uns steht morgen Artemias Jahresdebut im Mittelpunkt. Das Abschneiden in der Winterkönigin ist längst abgehakt. Die Stute hat sehr gut überwintert, die Vorbereitung auf die Saison lief planmässigund die Schlussarbeiten hätten mich kaum zufriedener stellen können. Es kann also endlich los gehen. Das Rennen ist ein wirklicher Härtetest, da einige Pferde mit Ambitionen auf Black Type laufen. Wieder wird Rene Piechulek im Sattel der wunderschönen Stute sitzen. Ihre Abgeklärtheit, ihre Ruhe und die Fähigkeit, im entscheidenden Moment trotzdem "da zu sein" sind toll. Sie ist ein richtig gutes Rennpferd.
Naduah wurde von der Sport-Welt in ihrem Rennen zur Favoritin erklärt. Ob sie dieser Stellung gerecht wird, hängt großteils von ihrer Einstellung ab. Ihre Arbeitsleistungen sind immer gut genug, um so ein Rennen gewinnen zu können. Im Rennen hat man dann jedoch des öfteren das Gefühl, dass sie nicht alles gibt. Erstmals reitet sie Rene Piechulek. Spirit of Life ist eine sehr leichte Stute. Sie hat wenig Substanz, aber auch ihre Arbeiten waren immer ordentlich. Es ist jetzt vielleicht noch etwas zu früh für sie, um gleich als Endkampfkandidatin mitzumischen, aber auf Dauer kann sie diese Klasse. Auch sie wird dem Arc Siegjockey Rene Piechulek anvertraut.


25. April 2022

Sieg in Zweibrücken

Der im Vorfeld geäußerte Mumm auf Aerion fand gestern seine Bestätigung. Von Tommaso Scardino während weiter Abschnitte der zurückzulegenden 2400m hinter dem geschlossenen Feld gehalten, hatte der Schützling von Stephan Schreiber im entscheidenden Moment dann keine Probleme, sich gegen seine allerdings nur drei Konkurrenten durchzusetzen.

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23. April 2022

Erfreulicher Neuerwerb des Stall Herb

Der Stall Herb konnte sich mit dem PastoriusSohn Lord Leoso verstärken. Der Siebenjährige konnte am vergangenen Sonntag in Berlin ein Listenrennen über 2800m erstaunlich leicht gewinnen. Schon davor konnte er heuer zwei Rennen gewinnen. Die Kastration über den Winter scheint dem schönen Braunen gut getan zu haben. Nach dem überraschenden Sieg im Listenrennen steigerte sich sein GAG auf 88,5kg. Auf seiner Agenda haben nun zunächst die deutschen Steherrennen oberste Priorität. Auch eine Nachnennung für das prestigeträchtigen Oleander-Rennen in Berlin Hoppegarten ist ein Thema. Der Weg nach Frankreich wird wohl erst im Herbst wieder angetreten, vielleicht bekommen wir die Problematik mit dem Einrücken in die Startmaschine bis dahin in Griff.

Der Neue im Stall

Drei Starter in Zweibrücken

Aerion konnte bei seinen letzten Auftritten nicht überzeugen. Es darf jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass der letzte Ritt (jener in Lyon) absolut indiskutabel war, diese Form muss gestrichen werden. Beim vorletzten Start war man nur knapp um einen Geldrang geschlagen. Wer mich kennt und die Seite öfters liest weiß, dass ich stets bemüht bin, realitische Einschätzungen zu geben. Bei allem Respekt vor Kingdom of Heaven und Ginistrelli, kommt unser Aerion gut um die Bögen und mit der Bahn zurecht, haben wir eine gute Chance. Das Wichtigste ist jedoch, gesund nach Hause zu kommen. Der angesagt Regen auf trockenen Boden bereitet mir diesbezüglich Sorgen. Accelerator kann nicht viel, zuletzt wurde er jedoch von Lodewijk direkt nach dem Start so stark behindert, dass das Rennen eigentlich schon im ersten Bogen gelaufen war. Er bekommt eine weitere Chance. Ich schließe ein Platzgeld nicht aus. Life is Life arbeitet deutlich besser als ihre Marke aussagt. Es sieht so aus, als hätte sie sich über die Wintermonate gesteigert. Auch bei ihr kommt viel darauf an, wie sie um die Bögen schnurrt. Es ist unser erster Starter für den Stall Logo und für diesen in seinen neuen Rennfarben. Bisher immer in blau-weiss, wird man Pferde dieses Besitzer künftig unter dunkelblau-rot laufen sehen.


16. April 2022

Frohe Ostern

Wir vom Rennstall Geisler wünschen allen ein gesund und friedlich zugebrachtes Osterfest!


15. April 2022

Drei Starter und eine Debütantin

Am morgigen Ostersonntag reisen wir mit drei Pferden nach Saarbrücken. Unsere beste Chance ist vermutlich gleich der erster Starter des Renntages Smaragd. Er fand beim Jahresstart in Mannheim trotz schlechten Absprungs und einem Rennen von letzter Stelle noch gut ins Rennen und wurde schließlich sicherer Zweiter. Uripolski ist hier das zu schlagende Pferd. Inchiquin blieb zuletzt bereits hinter uns, sollte mit Tommy Scardino im Sattel aber dennoch nicht unterschätzt werden. Ihr Debut im Rennsattel gibt unsere so fleißige wie ambitionierte Amateurreiterin Jaqueline Laquai. Die Besitzer von Wundertuete Familie Mayer geben ihr die Chance auf diesen ersten Ritt. Da heißt es erstmal gesund und munter nach Hause kommen. Wundertuete blieb nach einem guten Laufen in Pornichet zuletzt hinter den Erwartungen. So einfach wie diesmal traf es der schöne Fuchs allerdings noch nie an. Accelerator bekam alle Zeit der Welt. In der Arbeit ging er zuletzt verbessert. Er ist zwar noch nicht ganz durchgehaart, bei seiner aktuellen Marke darf das jedoch keine große Rolle spielen. Über die kurze Distanz von 1350m braucht man in Saarbrücken aber schon auch etwas Glück und einen guten Rennverlauf. Außerdem muss man diese Bahn können. Wieweit das der Fall ist, werden wir morgen sehen.


08. April 2022

Nachbericht zur 11. Poulefeier

Nach zweijähriger Pause konnten wir dieses Jahr endlich wieder eine Stallpoule feiern. Bereits am späten Vormittag des Freitags kamen die ersten Besitzer in Iffezheim an. Das samstägliche Wetter fiel leider bescheiden aus, das Beobachten des Trainings geriet daher zu einer (schnee-)regnerische Angelegenheit. Das schlechte Wetter konnte der insgesamt guten Laune jedoch nichts anhaben.
Die diesjährige Ausgabe fand in den Räumlichkeiten von Baden Galopp, im Members Club der Benazettribüne statt. Bereits knapp vor 18:30 Uhr durften wir die ersten Gäste bei einem Sektempfang begrüßen Die Räumlichkeiten füllten sich zügig, die Feier konnte um 19 Uhr eröffnet werden. Das Buffet wurde von Familie Schnepf gewohnt gut präsentiert. Eine große Überraschung und Freude zugleich war ein Film, mit dem unsere Besitzer und Funktionäre dem Team und dem Trainer zum Einen für die gute Zusammenarbeit dankten, uns zum Anderen für die kommende Saison alles Gute wünschten. Die unterschiedlichen Blickwinkel waren anregend zu hören und haben mich sehr bewegt. Herzlichen Dank auch im Namen des Teams dafür.
Die anschließende Auktion brachte einige spannende Bieterduelle und ein in Summe unerwartet hohes Ergebnis. Nach dem Ende dieses Hauptteiles gab es noch Cocktails, die von Karsten Banzhaf hochprofessionel zubereitet wurden. Zum Abschied gaben wir unseren Gästen "Rennstall Geisler"-T-Shirts mit auf den Weg.
Dass wir nicht nur gut zu feiern verstehen, sondern im Anschluss daran auch Rennen gewinnen können, bewiesen wir dann am Sonntag Vormittag in Mannheim. Der Sieg von Macavity und der zweite Platz von Smaragd setzte dem tollen Wochenende das Sahnehäubchen auf.

Herzlichen Dank für die rege Beteiligung, die Mithilfe und die zur Verfügungstellung der Räumlichkeiten. Wir freuen uns auf eine spannende Saison 2022.

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03. April 2022

Erster Saisonsieg

Schon am ersten Tag nach Beginn der Wertung zur diesjährigen Stallpoule konnten die ersten beiden Kandidaten anschreiben. Zunächst schloss Macavity dort an, wo er letzte Saison aufhörte: mit einem Sieg in Mannheim unter Tommaso Scardino. Schon von Start weg liess der sechsjährige Wallach wenig Zweifel an seinem unbedingten Willen zu einem möglichst unkomplizierten Sieg aufkommen. Vermochte auch Saguaro zunächst noch für eine Weile mitzuhalten, gestaltete sich das Rennen mit zunehmender Nähe zum Ziel immer einseitiger. Zwei hochüberlegene Längen Vorsprung auf den Zweiten, dreiz Längen auf den Rest des Feldes standen am Ende für den Schützling von Valeria Grummel zu Buche. Für das zweite freudige Ereignis sorgte drei Rennen später dann Smaragd, der sich mit Stefanie Koyuncu im Sattel nur dem klaren Favoriten Golden April geschlagen geben musste.
Zusammen mit der wunderbaren Poulefeier gestern vervollständigt dieser Renntag also ein insgesamt sehr erfreuliches und wohl noch lange in Erinnerung bleibendes Wochendene.

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31. März 2022

Der Nachtragskatalog ist da

Insgesamt fünf zusätzliche Positionen haben den Weg in den nunmehr kompletten Katalog gefunden. Der Stallpoulefeier, auf die wir uns schon sehr freuen, steht jetzt also nichts mehr entgegen.

Zum → Download des Nachtragskataloges


30. März 2022

Die ersten Anmerkungen zum Poulekatalog sind da

"Es irrt der Mensch, solange er danach strebt, fehlerfreie Poulekataloge zu erstellen." Die Richtigkeit dieser dem vom Verein zur Pflege und Wahrung des Kulturgutes Stallpoule herausgegebenen Internationalen Handbuch für die Regelung zur sachgerechten Durchführung einer Stallpoule als Motto vorangestellte Weisheit hat sich auch in unserem Fall wieder einmal bewährt. Fehler sind geschehen; darunter wirklich empörende wie die inkorrekte Abstammung von Life is Life und weniger bedeutsame wie der durchgehend falsche Hinweis auf eine bei den Zweijährigen geltende doppelte Punktezählung, wo richtigerweise eine zweieinhalbfache zu stehen gehabt hätte. Derlei Nachlässigkeiten sind unentschuldbar. Gerade in Zeiten, in denen der Einzelne dem großen Weltgeschehen ohnmächtig gegenübersteht, gebäute es die Pflicht, wenigstens bei den scheinbar nicht so weltbewegenden Details besondere Sorgfalt walten zu lassen (und den richtigen Konjunktiv besser zu recherchieren). Dem Verantwortlichen für die passierten Missgeschicke ward jedenfalls der gerechte Tadel zuteil. Er ist dem Vernehmen nach darob auch sehr zerknirscht.
Aber Ernst beiseite: Ostern steht vor der Türe und obwohl die bisher erkannten (und mittlerweile ausgebesserten) Fehler in keiner Absicht ihren Ursprung besitzen, haben wir uns aufgrund des an der Zahl diesbezüglich eingehender Hinweise gemessen großen Erfolges ihrer und passend zur Jahreszeit entschlossen, im morgen erscheinenden Nachtragskatalog abermals einige Fehler in Form falscher Details zu verstecken. Wer diese findet und den Trainer während seiner verdienten Mittagsruhe oder auch sehr spät abends telephonisch darauf hinweist, erhält einen eher reserviert freundlichen Dank für seine Bemühungen, wer dies zu angemessenerer Zeit tut, eine lobende Erwähnung im Rahmen der Stallpoulefeier.

Und noch ein letztes: die Regeln der Stallpoule sind → hier zu finden.


29. März 2022

Der Poulekatalog 2022 ist da

Alle, die mit den tieferen Geheimnissen einer Poulekatalogerstellung vertraut sind oder sich an diesbezügliche Gepflogenheiten auch nach zwei Jahren Pause noch erinnern können, wissen allerdings, dass der hiermit erscheinende → Katalog zur 11. Ausgabe der "Rennstall Geisler Stallpoule" Anspruch nur erst auf vorläufige Vollständigkeit erheben kann. Alles weitere dann am Donnerstag.

Zum → Download des Kataloges


14. März 2022

Stall- und Starterparade

Wie versprochen, können wir heute die uns von den freundlichen Menschen der Sport-Welt dankenswerterweise zur Verfügung gestellte Stallparade unseres Quartiers anbieten. Nachzulesen → hier.

Die Stallparade erscheint gerade rechtzeitig zum morgigen Antreten unserer nächsten Startern. Nachdem der Renntag in Pornichet vor nicht ganz zwei Wochen unseren Saisonauftakt bildete (und auch gleich die ersten Gelder einbrachte), nimmt die Saison morgen mit drei Startern auf der PSF-Bahn in Lyon La Soie langsam Fahrt auf.
Wundertuete lief zuletzt erfreulich und verdiente ein Platzgeld. Über das Wie des Zustandekommens waren wir etwas erstaunt. Wir vermuteten im Vorhinein, er würde sich aus der Startmaschine heraus spritziger, "heißer" zeigen, eventuell sogar pullen. Dies war jedoch gerade nicht der Fall. Er blieb von Beginn weg phlegmatisch, kam erst mit der Distanz auf seinen Rang. Das Rennen morgen sieht etwas schwerer aus. Er hat nun aber ein Rennen im Bauch und wir wollen nichts vom zweiten Start nach Pause wissen.
Aerion blieb bei seinem letzten Antreten ausnahmsweise außerhalb der Geldränge, war für diese Leistung jedoch aufgrund einer Verschleimung entschuldigt. Er zeigt aktuell eine gute Moral, körperlich gefiel er mir allerdings schon mal besser. Das morgige Rennen soll ihn wieder zurück auf die richtige Spur führen.
Porsenna trägt nach knapp zwei Jahren Pause erstmals wieder Seide. Er sieht prima aus. Oftmals konnte er Pausen gut überbrücken und direkt Anschluss an seine alten Formen finden. Inzwischen ist er allerdings schon zwölf Jahre alt und auch derart lange pausierte er zuvor noch nie. Wir werden ihn erstmal beobachten.              @>


11. März 2022

Die Sport-Welt Stallparade

Ein frühes Highlight der deutschen Turfsaison ist jedes Jahr die Stallparade der Sport-Welt. Eines der Highlights der Sport-Welt Stallparade ist dabei jeweils der Bericht über das Quartier von Trainer Gerald Geisler. In der heute erscheinenden Ausgabe dieser hervorragenden Publikation war es wieder einmal soweit. Wer sich aus welchen Gründen auch immer nicht zum Leserkreis der prinzipiell stets zu bevorzugenden gedruckten Version zählen darf, findet die versäumte Stallparade dann wenigstens nächste Woche in elektronischer Form hier auf unserer Seite.


03. März 2022

Erste Starter

Heute werden zwei unsrer Pferde in Pornichet an den Start gehen. Beide sind gestern gut angereist. Wundertuete hat in ihrer bisherigen Laufbahn noch nichts gezeigt. Er wurde deshalb letzten Sommer gelegt, bekam danach Koppelpause. Wir fangen jetzt also mit einem Neustart an. Während der Pause hat sich sein Wesen verändert, er wirkt dieses Jahr deutlich konzentzrierter. Lassen wir uns überraschen. Wie der Name schon sagt, eine Wundertuete.
Malaaw benötigt in der Regel immer erst einen Start, um die volle Höhe seines Leistungsvermögens zu erreichen. Gerade in diesem heutigen Rennen sieht man wieder, dass es selbst auf kleinen Bahnen keine leichten Rennen mehr gibt. Einige Formpferde sind im Feld vertreten.


21. Februar 2022

Weitere Eindrücke aus dem Stall

Neben dem täglichen Reiten unserer Rennpferde, gibt es zahlreiche weitere Tätigkeitsbereiche, die für das erfolgreiche Arbeiten eines Rennstalles unabdingbar sind. Dazu zählt die "Bodenarbeit", also beispielsweise die Pflege der Boxen und die Fütterung der Tiere. Einige Eindrücke von dieser Arbeit soll folgendes Video vermitteln.


15. Februar 2022

Kurzer Zwischenbericht

So unerwartet- wie erfreulicherweise durften wir in den vergangenen Wochen Zuwachs im Stall verbuchen: einige Zweijährige bereichern nunmehr unser Kontingent. Auch einige ältere Pferde, mit denen nicht mehr zu rechnen war, kamen dazu. In den nächsten Wochen erwarten wir außerdem weitere Zweijährige, auf die wir uns ebenfalls schon jetzt sehr freuen. Mit dann insgesamt rund 20 zweijährigen Pferden sind wir im Nachwuchsbereich bestens aufgestellt, zumal ich auch die durchgängig gute Qualität der Pferde betonen möchte.
Morgen geht die Reise zur Arqana nach Deauville (Vente Mixte de Fevrier). Dort findet heute und Mittwoch eine Auktion statt. Wir werden die Augen offen halten. Ab Ende Februar bringen wir dann wieder Starter auf die Bahn. Voraussichtlich wird Aerion am 25. Februar in Chantilly an den Ablauf kommen.


14. Februar 2022

Aktuelle Trainingseindrücke

Obenstehend findet sich ein kurzer Clip mit aktuellen Eindrücken erstens unserer Trainingsarbeit und zweitens der diese begleitend vorfrühlingshaften Bedingungen. Das Video wurde im zwischenzeitlich kaum mehr gebräuchlichen sogenannten "Kathedralformat" gefilmt. Dieser Ausdruck besitzt seinen Ursprung in dem Umstand, dass die allerersten Lichtspielvorführungen (wir sprechen hier von der Zeit ums Ende des 19. Jahrhunderts) naturgemäß noch nicht in speziell dafür errichteten Lichtspielhäusern stattfinden konnten, sondern desbehufs auf eigentlich andersgewidmete Räumlichkeiten, also beispielsweise eben auf sakrale Gebäude, zurückzugreifen war. Entsprechend den jeweiligen örtlichen Voraussetzungen fielen dann auch die Bildverhältnisse der dargebotenen Filmkunstwerke aus.
Mit der sich der kaufmännischen Einsicht, dass ein im Querformat auf die Leinwand projizierter Film die Übereinanderstapelung mehrerer Vorführungsräume innerhalb eines Gebäudes und also den Zutritt einer größeren Menge zahlender Besucher erlaubt, verdankenden Erfindung moderner Kinos geriet das Kathedralformat zwar recht bald wieder in Vergessenheit, es erlebt jedoch durch das Aufkommen der neuesten Generation moderner Telekommunikationsapparatur heute wieder eine kleine Renaissance. Wieder was gelernt.


12. Jänner 2022

Der Saisonrückblick ist da

Der obligatorische Saisonrückblick ist fertig und → hier nachzulesen.

Zum → Rückblick 2021

Starter


So., 04. Dez. - Lyon La Soie
6.R.
Gideon Grey
Sa., 03. Dez. - Baden-Baden
3.R.
Walid
3.
So., 27. Nov. - Mülheim
8.R.
Smaragd
4.
Kontakt: An der Rennbahn 8-9, 76473 Iffezheim | Tel: +49/(0)176/ 205 70 115 | Email: gerald.geisler@gmx.de